Erfolgsgeschichte: Wohnen im Sozialraum

Noch im Dezember konnten die Lebenshilfe-Vorstände (v.l.), René Pfeifer und Peter Puhlmann acht Wohnungen anmieten.

(gsp) Selbständiges „Wohnen im Sozialraum“ ist die jüngste und fortschrittlichste Wohnform, die die Lebenshilfe München für Menschen mit geistiger Behinderung bietet. In München-Langwied mietete der Verein acht Wohnungen an und Bernhard ist einer der Mieter, der im Februar dort einzog. Schon früh verspürte der heute 26-Jährige den Wunsch nach einem selbständigen Leben und zog vom Elternhaus in eine Wohngruppe der Lebenshilfe, in ein betreutes Wohnen.

Schnell war klar, dass er sich gut zurecht fand. Tagsüber arbeitete er (bis heute) in der Augustinum-Werkstatt in Oberschleißheim. 2016 wechselte er dann in eine betreute Wohngemeinschaft mit elf Personen und drei Jahre später in ein eigenes Appartement am Kiem-Pauli-Weg. Dort bereitet die Lebenshilfe München die Bewohner auf ein selbständiges Leben vor.

Ein Training für die Selbständigkeit

Bernhard freut sich über den schönen Balkon.

Es war also ein langer Prozess, bevor Bernhard nun endlich in Langwied ein selbständiges Wohnen möglich ist. Selbst bekräftigt er die Notwendigkeit einer guten Vorbereitung für ein selbständiges Leben. Alltägliche Dinge, wie die eigene Wohnung ordentlich und sauber zu halten, das Einkaufen und auch den Überblick über das Geld, also über das persönliche Budget zu haben, setzt viel Eigenverantwortung voraus. Die Betreuerin der Lebenshilfe stellt Bernhard dabei ein gutes Zeugnis aus. „Seine Wohnung hält er ‚tip-top‘ sauber und er kommt auch sonst gut zurecht.“

Den Wocheneinkauf bespricht Bernhard regelmäßig mit seiner Betreuerin und hebt dafür die Einkaufszettel auf, führt ein eigenes Haushaltsbuch. „Zuvor schaue ich immer was ich einkaufen muss,“ bekräftigt er. Leider gibt es direkt in Langwied noch keinen Supermarkt. Bernhard muss drei Stationen mit dem Bus fahren, bevor er bei den Geschäften ist. Aber auch das schafft er ohne Probleme. Die gesetzliche Betreuerin hilft auch beim Briefverkehr mit den Behörden bzw. bei Amtsgeschäften und wichtigen Angelegenheiten.

Neue Konzepte des Zusammenlebens

Bernhard fühlt sich in seiner neuen Wohnung und dem Umfeld wohl.

„Wohnen im Sozialraum“ nimmt im Münchner Westen, im Stadtteil Aubing-Lochhausen-Langwied (Stadtbezirk 22) neue Formen an, denn auch die Stadt München selbst will dort neue Konzepte des Zusammenlebens verwirklichen und man hat dafür ganz bewusst die Lebenshilfe München angesprochen. Aktuell wird noch viel gebaut, so die Betreuerin, und es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die Infrastruktur verbessere. Bernhard konnte zu seinem direkten Wohnungsnachbarn bislang einen guten Kontakt aufbauen. „Ansonsten ist es in einer Stadt wie München nicht ganz einfach, denn die Menschen hier sind alle berufstätig, ebenso wie Bernhard. Da bleibt für das Private häufig zu wenig Zeit,“ schildert die Lebenshilfe-Betreuerin die Situation.

Smartphone als wichtiger Begleiter

Ein wichtiger Begleiter für den Alltag ist für Bernhard das Smartphone. Damit kommt er gut zurecht und die wichtigen Nummern hat er eingespeichert. Das ist wichtig, sollte man mal den Haustürschlüssel vergessen, wie es jüngst seinem Nachbarn passierte. Anderen Menschen mit Behinderung empfiehlt er ebenfalls ein Wohntraining zu durchlaufen. „Da habe ich viel gelernt, alles was ich heute für meine Selbständigkeit brauche“, betont er. Bereut hat er den Schritt ‚in die eigenen vier Wände“ nie. Er fühlt sich wohl und genießt das ganz persönliche Stück Freiheit.

Mehr zum jüngsten Wohnprojekt der Lebenshilfe München lesen Sie unter:

https://lebenshilfeblog.de/2021/12/22/neue-wohnungen-der-lebenshilfe-munchen/

Mit der Gesellschaft ändern sich auch die Wohnformen

Lebenshilfe München wird mit angepassten Wohnkonzepten
den Bedarfen gerecht

(gsp) Einer der größten Veränderungen innerhalb der Lebenshilfe München wirkt sich im Bereich Wohnen aus, seit 2013 ein Herzensanliegen von Vorstand und Geschäftsführer Peter Puhlmann. Seit 2017 ist René Pfeifer für diesen Bereich verantwortlich und wurde 2021 ebenfalls zum Vorstand berufen. Gemeinsam haben Sie viel voran gebracht, die Angebote den Bedarfen angepasst und ebenso die politischen Forderungen erfüllt, wie aktuell im Bundesteilhabegesetz (BTHB) verankert. Das Wohnen wird immer mehr als zentraler Teil des Lebens verstanden. Die Angebote der Lebenshilfe München sind heute darum besonders vielfältig. Peter Puhlmann erklärt die einzelnen Bereiche: Weiterlesen

Barriere-Freiheit und die Leichte Sprache

Es ist ein langer Weg den Bedarfen von Menschen mit Behinderung gerecht zu werden. Die Projekte aber werden voran gebracht, wie etwa in der Landeshauptstadt München. Im Sommer 2013 bereits beschloss der Stadtrat einen eigenen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention mit fast 50 einzelnen Projekten. Auch die Lebenshilfe München wirkte dafür in einigen Arbeitskreisen mit. Die guten Erfolge und die sich ergebenden neuen Aufgaben machten einen zweiten Aktionsplan nötig, der im Jahr 2019 vom Münchner Stadtrat einstimmig beschlossen wurde.

Aktuell informiert das Kreisverwaltungsreferat über die Erweiterung seiner Dienstleistungen im Internet mit Informationen in Leichter Sprache. Es sind jetzt aus dem Bürgerbüro die Dienstleistungen rund um Personalausweis, Reisepass und Kinderreisepass hinzugekommen. „Das Angebot wird Zug um Zug um die häufigsten Anliegen der Bürgerinnen und Bürger in München ergänzt,“ informiert das Amt.

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Wer hat den besten Spruch?!

Seit Jahrzehnten bemüht sich die Landeshauptstadt München für Menschen mit Behinderung lebensfreundlicher zu gestalten. Betroffen sind alle Lebensbereiche, vom Wohnen über den Öffentlichen Nahverkehr bis hin zur Barrierefreiheit von öffentlichen Einrichtungen. Ein Prozess, für den auf vielen Ebenen gearbeitet wird. Für ein vertieftes Bewusstsein der Anliegen in der Öffentlichkeit sorgen immer wieder Aktionen, Kampagnen und öffentliche Auftritte. Für die jüngste Mitmach-Aktion „ausnahmslos barrierelos“, ist man auf der Suche nach den besten Sprüchen.

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Rollstuhltaxis ab sofort im Einsatz

– Aus dem Münchner Rathaus –

Für Rollstuhlfahrer gibt es ab sofort bessere Beförderungsmöglichkeiten mit Taxis. Bürgermeisterin Verena Dietl hat jetzt die ersten umgebauten Taxis der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit dabei waren der Behindertenbeauftragte der Landeshauptstadt München, Oswald Utz, sowie der Sprecher des Facharbeitskreises „Freizeit und Bildung“ des Behindertenbeirats, Franz Göppel. Über die Verbesserung des Angebotes freut sich auch die Lebenshilfe München. Weiterlesen

Die Stadt München und die Lebenshilfe würdigen das Ehrenamt

Urkunden beim traditionellen Frühschoppen überreicht

Ohne die Ehrenamtlichen geht bei der OBA-München nichts. Von den etwa 75 ehrenamtlich tätigen Helfern trafen sich einige zum traditionellen Frühschoppen in der Geschäftsstelle und feierten im großen Garten. „Der Frühschoppen ist ein kleines Dankeschön für die vielen Stunden ehrenamtliches Engagement, die unsere Mitarbeiter leisten“, erzählt Monika Barbato. Es gab Weißwürste mit Brezen und Getränken. Den musikalischen Rahmen gestaltete Julia Franz mit selbstgeschriebenen Songs. Sie engagiert sich nach ihrem Praktikum bei der OBA der Lebenshilfe München weiter ehrenamtlich für Menschen mit geistiger Behinderung, bietet Wochenendaktivitäten an und leitet Reisen der OBA, bzw fährt auch als Begleiterin mit.    Weiterlesen