Spenden und Ehrenamt bei der Lebenshilfe

Fast jeder dritte Bürger in Deutschland engagiert sich ehrenamtlich. Die Bereitschaft zur Hilfe ist also groß und die Möglichkeiten dafür vielfältig. Auch bei der Lebenshilfe München engagieren sich viele Menschen ehrenamtlich (Bericht folgt).

Eva Wiener koordiniert bei der Lebenshilfe München die Spenden.

Mit ihrer Unterstützung sorgt die Lebenshilfe München ein ganzes Leben lang für Menschen mit geistiger Behinderung, mit ambulanten Betreuungsformen, Offenen Hilfen, im gemeinschaftlichen Wohnen und vielem mehr. Durch die ehrenamtliche Übernahme von wichtigen Aufgaben und Verantwortlichkeiten, besteht für Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, zu mehr Selbstbewusstsein und Selbständigkeit zu gelangen und so ganz selbstverständlich am Leben in der Gesellschaft teilzunehmen. In 25 Einrichtungen betreut die Lebenshilfe in Stadt und Landkreis München täglich über 700 Kinder und Jugendliche, sowie 900 erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung und deren Angehörige.

Foto: Eva Wiener koordiniert bei der Lebenshilfe München die Spenden.

Spenden für die Lebenshilfe ermöglichen mehr Hilfe

Vielen Menschen ist aus privaten und beruflichen Gründen kein ehrenamtliches Engagement möglich und sie unterstützen mit Spenden die Arbeit der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung. Die Redaktion hat sich mit Eva Wiener unterhalten, die den Mitglieder- und Spendenservice betreut. Es geht vor allem darum, zusätzliche Leistungen und Dienste anzubieten, die von keinem Träger abgedeckt sind. Das reicht von der Tischtennisplatte bis hin zur Ausgestaltung von neuen Wohneinrichtungen.
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Redaktion: Wie lange sind Sie bereits bei der Lebenshilfe München und was hat Sie motiviert, motiviert sie immer noch?

Eva Wiener: Ich habe im August 2021 bei der Lebenshilfe angefangen und war davor ebenfalls im gemeinnützigen Bereich tätig. Die Projekte der Lebenshilfe, vor allem die Vielfalt der Angebote auf dem Gebiet Menschen mit geistiger Behinderung haben mich interessiert. Mich dafür einzusetzen, andere Menschen zum Helfen zu motivieren – sei es mit Geld- Sach- oder Zeitspenden – macht mir Freude.
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Redaktion: Häufig sind es „Kleinigkeiten“, die unseren Alltag angenehmer und lebenswerter machen. Das ist auch bei Menschen mit Behinderung so. Gibt es hier Beispiele für Spenden?

Eva Wiener: „Kleinigkeiten“ ist ein passender Begriff, denn es helfen uns vor allem auch die „kleinen“ Spendenbeträge. Wenn jeder ein bisschen gibt, schaffen wir es am Ende gemeinsam, wichtige Projekte durchzusetzen – beispielsweise unser großes Bauvorhaben in Putzbrunn.

Aber wir haben auch kleine Spenden, wie beispielsweise ein buntes Wandkrokodil in unserer Frühförderstelle Sendling/Westpark. Dieses Spielzeug macht den Kindern eine riesen Freude und der Spender ist glücklich, weil er helfen konnte. Eine „win-win Situation“ für beide Seiten!
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Redaktion: Werden die Anliegen der betreuten Menschen irgendwie erfasst, etwa auf einer Liste für besondere (Spenden-) Wünsche?

Eva Wiener: Meistens treten die EinrichtungsleiterInnen an mich heran und lassen mich wissen, was sie dringend brauchen – ein neues Sofa, neue Gartenmöbel oder auch Küchenausstattung – hier wissen die MitarbeiterInnen in unseren Einrichtungen am besten, was gebraucht wird.

Foto: Peter Puhlmann nimmt für die Lebenshilfe München einen Scheck über 2500 Euro von der Landesbank Baden-Württemberg entgegen. Darüber freuen sich ebenso die Bereichsleiter der Lebenshilfe, Harry Zipf und Antje Hiltscher.

Redaktion: Rufen Sie aktiv zu Spenden auf oder melden sich die Menschen bei Ihnen?

Eva Wiener: Teils, teils – häufig stelle ich Anträge bei größeren Organisationen oder anderen Stiftungen, die selbst nicht operativ tätig sind, aber ihre Gelder für laufende oder geplante Projekte anderer Organisationen ausgeben möchten. Oft melden sich aber auch Privatpersonen, die sich beispielsweise im Rahmen ihrer Geburtstagsfeier Spenden statt Geschenke wünschen und für uns sammeln. Dafür sind wir natürlich sehr dankbar.
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Redaktion: Gibt es aktuell besondere Projekte für die die Lebenshilfe München Unterstützung sucht?

Eva Wiener: Unser derzeit größtes Projekt, für das wir dringend Unterstützung suchen, ist das Neubauprojekt in Putzbrunn. Da Immer mehr Menschen mit geistiger Behinderung das Rentenalter erreichen und wir auf diese Entwicklung reagieren müssen, plant die Lebenshilfe München den Bau eines altersgerechten Hauses, das neben besonderer Zuwendung und Pflege auch eine angepasste Umgebung sicherstellt.

Aufgrund der aktuellen Lage steigen, wie überall, die Kosten hierfür immens, weswegen wir dringend auf Spenden angewiesen sind, um das Vorhaben umsetzen zu können.
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Redaktion: Was liegt Ihnen sonst noch auf dem Herzen, gibt es Herzenswünsche?

Eva Wiener: Oh ja! Wir brauchen dringend Menschen, die uns mit einer Mitgliedschaft bei der Lebenshilfe München unterstützen. Als Mitglied hat man beispielsweise Vorteile in Bezug auf gezielte Beratung hinsichtlich einer geistigen Behinderung. Auch wenn man nicht selbst betroffen ist, kann man als Mitglied dafür sorgen, dass wir Beiträge erhalten auf die wir uns verlassen können. Schon mit 50 EUR jährlich ist dies möglich. Genauere Infos zur Mitgliedschaft bei der Lebenshilfe München gibt es hier:

Lebenshilfe München ist für die Zukunft gut aufgestellt

Die Neuwahl der Lebenshilfe München im November 2019 hat die Weichen für die künftige Entwicklung des Elternvereins gestellt. Mit der Zustimmung zur neuen Satzung und deren Genehmigung durch das Vereinsgericht kann nämlich ein hauptamtlich tätiger Vorstand eingesetzt werden. Berufen wird der neue Vorstand durch den Aufsichtsrat, den die Mitgliederversammlung jetzt neu gewählt hat – wie im aktuellen Newsletter der Lebenshilfe ausführlich berichtet. Die Lebenshilfe München ist für die Zukunft gut aufgestellt.


Der neu gewählte Aufsichtsrat der Lebenshilfe München (v.l.): Peter Springmann, Petra-Bianca Koch, Gudrun Oßmann, Andrea Siemen (AR Vorsitzende), Dr. Hubert Jäger und Friederike Stadler. Im Bild auch der Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann (ohne Blumen).

Für eine neue Satzung gestimmt

Die Redaktion hat nachgefragt, warum diese Änderung für den Verein so wichtig ist. Zunächst hält Geschäftsführer Peter Puhlmann fest: „Wir haben den im März von der Mitgliederversammlung eingeschlagenen Weg jetzt konsequent weitergeführt. Vorab wurde die neue, jetzt beschlossene Satzung durch das Finanzamt geprüft, um die Gemeinnützigkeit nicht zu gefährden. Mit Annahme durch das Vereinsregistergericht tritt sie 2020 voraussichtlich in Kraft.“ Weiterlesen