Lebenshilfe feiert beim Sommer im Park

Endlich wieder startet am 08. Juli in München-Giesing das große Fest „Sommer im Park“. Mit der Neugestaltung des Areals Weißenseepark veranstaltet die Stad München, die Bürgerschaft von Gieising und viele Träger sozialer Einrichtung seit 2012 dieses Stadtteilfest. Das Programm sieht für 2022 folgenden Ablauf vor:

  • 14:00 Begrüßung durch den Bezirksausschuss 17
  • 14:15 KiTZ Traunsteiner Straße: Musik & Ballett
  • 15:00 Turnen, Akrobatik und Cheerleading
  • 16:00 KiTZ Severinstraße: Trommeln mit Rhythmus
  • 18:00 Gospel at heart: Band – Giesinger Rockpalast
  • 19:00 emilk: Grupp Og´s – OG Zoro & Support
  • 20:30 Mike’s Music Train

Die Lebenshilfe München ist auch dieses Jahr wieder mit einem eigenen Stand vertreten und mit ihr viele andere Organisationen mit einem bunten Programm der Lebensfreude für Jung und Alt.

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In einer Pressemitteilung wird die Bedeutung dieses Freizeitgeländes im Herzen von Giesing besonders gewürdigt. Dort heißt es:

„Weißenseepark und Katzenbuckel wären in der heutigen Form ohne das Städtebauförderungsprogramm „Die Soziale Stadt“, das in Teilen Obergiesings Anwendung findet, nicht denkbar. Die aufwendige Neugestaltung der Parkanlage mit einer umfassenden Bürgerbeteiligung wurde finanziert aus Städtebauförderungsmitteln Sozialen Stadt Giesing. Die Kombination aus baulicher Aufwertung und nicht-baulicher Belebung durch ein aus dem Stadtteil und mit den Bürgerinnen und Bürgern organisiertes Veranstaltungsprogramm sind ein Musterbeispiel für die Idee des Städtebauförderungsprogramm „Die Soziale Stadt“: Eine lebenswerte Stadt beruht auf stabilen lokalen Strukturen und einer aktiven Bürgerschaft, die attraktive Treffpunkte im öffentliche Raum mit Leben füllt. Heut zählt das Gelände zu den meistbesuchten Parks Münchens. Die Giesingerinnen und Giesinger haben ihn zu ihrem Freiraum gemacht. Das war das Ziel des „Sommer im Park“ Programm und es wurde mit Bravur erreicht. Herzlichen Glückwunsch!

Im Sommer 2018 besuchten wir das Fest „Sommer im Park“. Hier einige Eindrücke davon:
https://lebenshilfeblog.de/2018/07/02/buerger-engagieren-sich-beim-fest-im-weissenseepark/

Neue Küche im Wohntraining-Kiem-Pauli-Weg

Früh schon hat die Lebenshilfe München die Weichen gestellt, um Menschen mit Behinderung ein weitgehend selbstbestimmtes Wohnen zu ermöglichen. Das Konzept wurde über Jahre hinweg weiter entwickelt. Heute werden im Wohntraining erwachsene Menschen mit geistiger Beeinträchtigung in allen grundlegenden Lebenslagen trainiert und begleitet. Ziel ist eine ambulant betreute Wohnform, um ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen zu können. Die auf einzelne Appartements (Einzel- und Zweierappartements) verteilten BewohnerInnen haben eine zentrale Anlaufstelle in dem Wohnkomplex mit Küche, Esszimmer, Aufenthaltsraum und Waschmaschine. Sie ist nicht nur ein Ort der Begegnung, sondern auch des Lernens.

Eine der Grundvoraussetzungen für ein selbständiges Leben ist die eigene Versorgung mit möglichst gesunden Snacks und Mahlzeiten. Die elf BewohnerInnen lernen unter der Anleitung der MitarbeiterInnen dabei nicht nur das selbstständige Zubereiten von Gerichten, sondern auch die Planung des Einkaufs. Diese „Kochtrainings“ finden mehrmals wöchentlich statt, weshalb die Küche nicht nur als Treffpunkt in der Gemeinschaftswohnung zentral wichtig ist. Als Trainingsküche ist sie allerdings einer hohen Beanspruchung ausgesetzt und diese intensive Nutzung sah man ihr auch an, weshalb eine neue Küche ganz oben auf der Wunschliste der Köche stand. Für dieses notwendige Projekt sagte die Edith-Haberland-Wagner Stiftung gerne ihre Unterstützung zu und so konnten mit einer großzügigen Spende die alten Geräte, Schränke und Arbeitsflächen komplett ausgebaut und ersetzt werden.

Die Küche ist nun deutlich komfortabler zu nutzen und schafft nebenbei einen wichtigen Raum für das soziale Miteinander in der Lebenshilfe-Wohngruppe. Die BewohnerInnen des Wohntrainings haben ein schön gestaltetes Dankesschreiben an die Edith-Haberland-Wagner Stiftung verfasst und erzählen immer wieder, wie sie das Kochen in der neuen Küche genießen.

Mehr über das Lebenshilfe-Wohntraining im Kiem-Pauli-Weg lesen Sie unter:
https://lebenshilfeblog.de/2020/10/21/vorbereiten-fuer-ein-leben-in-eigenverantwortung/

Punktgenaue Leistungen und Abrechnungen

Florian Mauch ist Spezialist für komplexe IT-Strukturen

Ab 2017 war Florian Mauch Qualitätsmanager bei der Lebenshilfe München, übernahm dann die Leitung einer Wohneinrichtung und ist seit 2019 für die IT und den Prozess der Digitalisierung verantwortlich. Hinter dem Kürzel IT verbirgt sich der gesamte Sektor der technischen und kommunikationsorientierten Informations-Technologie, ein Bereich mit komplexen Anforderungen. Komplex ist ebenso die Struktur der Lebenshilfe München. Über den Elternverein hinaus mit der OBA (Offene Behindertenarbeit) bestehen zwei weitere gemeinnützige Gesellschaften (GmbH), nämlich die Kinder- und Jugend GmbH und die Wohnen GmbH.

Es sind knapp 500 Menschen beschäftigt und es werden jährlich etwa 2000 Menschen betreut. Vorstand und Geschäftsführer Peter Puhlmann bekräftigt: „Die Lebenshilfe München begleitet die Menschen von der Geburt (Frühförderung) über die Schule, ihren beruflichen Werdegang bis zum Wohnen und bis hinein in das Rentenalter. Entsprechend umfassend sind unsere Angebote und damit natürlich auch die Modalitäten der Abrechnung mit unseren Klienten und Leistungsträgern sowie in der Mitarbeiterführung.“

Ein zentrales Betriebssystem als Basis

Die Technik und Verbindung für eine hybride Veranstaltung stehen bei der Lebenshilfe München bereit. Es werden auch TeilnehmerInnen in Präsenz erwartet.

Die Lebenshilfe hatte Glück, mit Florian Mauch eine Führungskraft in ihren Reihen zu haben, der vor seiner Tätigkeit als Einrichtungsleiter der Wohnen GmbH, als IT-Berater mit Focus auf die spezielle Softwarelösung, die bei der Lebenshilfe hauptsächlich zum Einsatz kommt, deutschlandweit für Träger der Hilfe für Menschen mit Behinderung tätig war. Bereits als Werkstudent war er bei der Lebenshilfe München mit der Software vertraut, kennt das System und die zentralen Elemente von seinen Anfängen her. Der erste IT-Schwerpunkt bei der Lebenshilfe München war die Umstellung auf ein neues zentrales Betriebssystem, das heute Basis für die Betreuten- und Klienten-Dokumentation, die Finanzbuchhaltung, die Leistungsabrechnung und das Personalwesen ist. Der ‚große Wurf‘ ist damit gelungen, doch es geht jetzt an die Arbeit im Detail, nämlich durch die einzelnen Einrichtungen bzw. durch die Organisationsstruktur der Lebenshilfe hindurch.

Unterschiedliche Strukturen und ein System

Das stationäre und betreute Wohnen etwa setzt andere Anforderungen an die IT als ein ambulant betreutes Wohnen. Die Frühförderung der Lebenshilfe München wieder andere wie etwa im Bereich der OBA mit Angehörigenberatung, Urlaubs- und Freizeitangeboten, Familienunterstützender Dienst (FuD), Schulbegleitung oder Ambulanter Pflegedienst. Florian Mauch startet einen Erklärungsversuch:

„In den verschiedenen Bereichen stehen unterschiedliche Leistungen im Vordergrund, die zur internen und externen Qualitätssicherung geplant, durchgeführt und evaluiert werden müssen. Da dies auch jene Leistungen sind, die wir mit den Kostenträgern abrechnen, müssen die Tätigkeiten entsprechend sauber und formell einheitlich erfasst werden. Letztlich ist dann der Weg zwischen Leistungserbringung und Abrechnung gegenüber dem Bezirk weitestgehend automatisiert und funktioniert ohne ‚Zettelwirtschaft‘. “Auch kann“, so Mauch, „mit geringem Aufwand darauf reagiert werden, wenn sich nach Verhandlungen die Kostensätze ändern oder der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen anders gestaltet, wie es erst kürzlich bei der Umstellung auf das Bundesteilhabegesetz der Fall war.“

In der Anwendung einfach bleiben

Die langen Monate der pandemie-bedingten Einschränkungen wurden für viele Seminare genutzt. Von links: Florian Mauch, Tatjana Viaplana und Beate Bettenhausen.

Damit dieses komplexe System (Leistungsempfänger/Klient, Leistungserbringer/ Lebenshilfe München und Leistungsträger/z.B. Bezirk) funktioniert, ist es für die einzelnen Mitarbeiter vor Ort wichtig, auf ein in der Anwendung leicht zu beherrschendes System zugreifen zu können. „Bei der Frühförderung etwa, wo Pädagogen und Therapeuten an wechselnden Orten im Einsatz sind – etwa beim Besuch von Kindergärten oder Eltern – können Sie direkt über das Smartphone mit wenigen Clicks ihre Leistungen erfassen und müssen nicht abends mühsam ihre Aufzeichnungen eingeben. Gleiches gilt für den Ambulanten Pflegedienst oder den FuD. Gerne nutzen die MitarbeiterInnen inzwischen die Diktierfunktion, die viel Tipperei erspart“, erläutert der IT-Experte und führt weiter aus:

„Als Betriebssystem greifen wir auf ein spezielles ERP-System züruck, das auf die Hilfe für Menschen mit Behinderung orientiert ist. So müssen wir nicht in zehn unterschiedlichen Softwarelösungen die Geschäftsprozesse abbilden, sondern arbeiten mit möglichst wenig Schnittstellen.“ Die Schulung neuer Masken und Anwendungen kann Florian Mauch oft selbst übernehmen, in vielen Fällen ist aber auch die Schulung durch externe Berater sinnvoller. Das Projektmanagement zu den IT-Themen verantwortet er gemeinsam mit Sabine Stöckel, der Assistenz der Geschäftsführung, sowie den Bereichsleitungen der jeweils betroffenen Bereiche.

Zoom hilft! und schafft Kapazitäten

Ein anderer großer Bereich, der durch die Corona-Einschränkungen der letzten Jahre stark an Bedeutung gewonnen hat, sind Online-Treffen und Seminare.

„Es ging auf einmal nur noch online, und war buchstäblich alternativlos, wie sonst hätten wir uns in der Breite austauschen können“, fragt Mauch. „Dabei geht es nicht nur um die Schulungen der Lebenshilfe-Mitarbeiter, Projektmeetings und das Abhalten von Teamgesprächen trotz Social Distancing, sondern vor allem auch um Informationsveransltatungen. Sie werden Eltern und Betreuern in regelmäßigen Abständen angeboten.“

Zum Kreis der Interessenten zählen Klienten selbst, deren Angehörige, gesetzliche Vertreter sowie Mitarbeiter von anderen Trägern. Die Veranstaltungen der Lebenshilfe München ermöglichten es schon lange vor Corona sich das aktuellste Wissen rund um die Unterstützung und Leistungen für Menschen mit Behinderung abzuholen.

Es sieht aus wie eine ganz normale Seminar-Veranstaltung. Die Mehrheit der Teilnehmer sind allerdings online hinzugeschaltet.

Dafür bot die Lebenshilfe München zunächst reine Online-Veranstaltungen an und die Nachfrage an digitaler Teilnahme war groß. Die ehemals reinen Präsenzveranstaltungen wandelten sich mehr und mehr zu Hybrid-Veranstaltungen, viele Teilnehmer schalteten sich online hinzu. Grenzen setzten zudem die Räumlichkeiten. „Im großen Veranstlatungssaal der Lebenshilfe München ist spätestens bei 70 Teilnehmern Schluss, in Pandemiezeiten wäre diese Teilnehmerzahl definitiv nicht mehr machbar gewesen. Über Zoom-Webinare können wir bis zu 500 Teilnehmer aufnehmen“, führt Florian Mauch aus. Bereits bei der ersten Hybrid-Veranstaltung registrierte die Lebenshilfe München 105 Teilnehmer, 80 waren online zugeschaltet und 25 in Präsenz vor Ort.

Ohne das richtige Equipment geht es nicht.

Um eine solche Hybridveranstaltung für die Teilnehmer vor Ort und zuhause vor dem Endgerät in vernünftiger Qualität an Mann und Frau zu bringen wurde das Equipment entsprechend erweitert. Für Florian Mauch war es Neuland, vor allem die Tontechnik richtig zu übertragen. Unterstützt wurde er dabei von einem guten Freund.

„Ohne meinen Bandkollegen und sehr guten Freund (und gelernten Tontechniker ) Ömer Uzunalioglu, der mich hierbei ehrenamtlich unterstützte, hätte ich das nicht so einfach oder aber nicht so gut hingekriegt. Ich schicke ihm über dieses Interview nochmal meinen Dank für die investierten Stunden!“

Online auch in den Wohneinrichtungen

Persönlich liegt Florian Mauch noch ein anderer Bereich am Herzen. „Wir sind auf einem guten Weg, unseren Klienten, Menschen mit Behinderung, einen möglichst barriere- und störungsfreien Zugang in die digitale Welt zu verschaffen.“, bekräftigt er. Dafür erhöhen wir zunächst die Kapazität der Leitungen an den Standorten, um ausreichend Datenvolumen transferieren zu können. Vor allem an in den großen Wohneinrichtungen setzt die Lebenshilfe auf eine Glasfaseranbindung. Parallel werden an den Standorten modernere Router und Accesspoints installiert. Überall dort, wo schon eine gute Datenanbindung gewährleistet ist, nehmen sich die Betreuer Zeit, mit den Klienten persönlich die gewünschen Anwendungen und Seiten einzurichten, etwa mittels eines Lesezeichens oder Icons.

Die Lebenshilfe München betreut und fördert Menschen mit Behinderung, wobei die meisten von ihnen weitgehend selbständig leben und in den Lebenshilfe-Werkstätten einer geregelten Arbeit nachgehen. Eine umfassende Betreuung und Förderung aber verlangt Strukturen und finanzielle Möglichkeiten. Die Arbeit von Florian Mauch und seiner Kollegin Sabine Stöckel, sowie vieler anderer MitarbeiterInnen, läuft im Hintergrund und ist zugleich Basis des Erfolgs der Lebenshilfe. Es ist wie mit einem Auto. Wenn der Motor leise, nahezu geräuschlos läuft, lehnt man sich als Fahrgast entspannt zurück und als Fahrer ist der Focus auf den Verkehr und seine Herausforderungen gerichtet.

Die Anfänge zur Umstellung „auf die neue Zeit“ wurden bereits 2016 gelegt. Wir haben bereits 2017 Florian Mauch zu den laufenden Prozessen interviewt.
https://lebenshilfeblog.de/2017/09/26/lebenshilfe-muenchen-profiliert-sich-als-modernes-sozialunternehmen/

Ein Jobportal hilft Fachkräfte zu finden

Mit ‚jobs.lebenshilfen-oberbayern.de‚ offene Stellen bewerben

Der Mangel an Fachkräften bleibt eine der großen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt. Besonders betroffen sind die Gastronomie und die Pflegebranche, zu der auch die Lebenshilfe zählt. Für das Betreuen und Fördern von Menschen mit Behinderung braucht es gut ausgebildete Fachkräfte und sie werden dringend gesucht. Zehn Lebenshilfen in Oberbayern haben sich 2021 für die Gründung eines eigenen Jobportals zusammengetan, obwohl sie in den einzelnen Städten und Landkreisen eigentlich als eigenständige Gesellschaften (GmbHs) organisiert sind. Mit einer gemeinsamen Jobbörse für offene Stellen, Fortbildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten soll eine größere Öffentlichkeit erreicht werden. Einer der treibenden Kräfte und Ideengeber ist und war Peter Puhlmann, Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München. Er bekräftigt: „Ob nun jemand in München, im Umland oder in der erweiterten Region einen Arbeitsplatz in einer Lebenshilfe-Einrichtung sucht, er findet hier alles zentral.“

Erstellt hat das Jobportal die in Salzburg ansässige Agentur ‚typo-wimmer‚. Agentur-Geschäftsführer und Projektleiter Martin Seer sieht viele Ursachen der aktuell verschärften Situation auf dem Arbeitsmarkt und beobachtet bei den Firmen seit Jahren einen Perspektivenwechsel.

Employer Branding im Focus

„Stand früher bei der Markenbildung die Bewerbung der Produkte und Leistungen im Vordergrund, so rückt heute die Unternehmensdarstellung für potenzielle Mitarbeiter, das so genannte Employer Branding, immer mehr in den Focus.“ Gemeint ist damit die Positionierung des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber, was sowohl in der Gewinnung neuer Fachkräfte, als auch in der Bindung von Bestandsmitarbeitern eine immer wichtigere Rolle spielt.

Ein zweiter wichtiger Aspekt für die Entwicklung eines eigenen Jobportals ist die Datensicherheit. „Bewerbungen müssen vertraulich behandelt werden und dürfen nicht einfach weitergeleitet werden, etwa an eine andere Einrichtung, die ebenfalls auf der Suche nach Fachkräften ist. Wir haben dafür ein eigenes Tool entwickelt, um hier Sorgfalt und Sicherheit zu gewährleisten. Es geht um die Datenschutz-Grundverordnung. Sie schützt nicht nur das Unternehmen, sondern auch den einzelnen Bewerber“, erklärt der Salzburger Unternehmer mit Blick auf die Jobbörse der Lebenshilfe.

Lebenshilfe-Jobbörse: Übersichtlich und gut zu bedienen

Menschen bei der Lebenshilfe München

Für Peter Puhlmann und die beteiligten Lebenshilfe-Partner steht die leichte Bedienbarkeit des Jobportal Lebenshilfe Oberbayern im Vordergrund und eine einheitliche Darstellung nach außen. Zudem informieren kurze, in die Seiten eingebundene Textblöcke über die Arbeit und wesentlichen Aufgaben der Lebenshilfe allgemein. Eine zentrale Botschaft lautet: „Mache einen Job mit Sinn“, was in der direkten Hilfe und Förderung von Menschen mit Beeinträchtigung geleistet wird.

Im ‚Backend‘, also in der Verwaltung und Datenverarbeitung ‚im internen Bereich‘, „ermöglichen einfache Funktionen die unkomplizierte Schaltung von Anzeigen bis hin zu der automatischen Erstellung eines PDF für den Ausdruck oder als Anzeigenvorlage für den Printbereich“, informiert Martin Seer. „Darüber hinaus sind hier die jeweiligen Zugriffsrechte geregelt, so dass jede Lebenshilfeorganisation nur speziell auf die an sie gerichtete Bewerbung zugreifen kann.“

Mit dem Lebenshilfe Jobportal besser bewertet

Die Seite ‚jobs.lebenshilfen-oberbayern.de‘ ist jetzt im zweiten Jahr online und für Peter Puhlmann bereits ein großer Erfolg. „Wir sind jetzt auch über die großen Portale Indeed oder Jobrapido zu finden, allein das ist eine Aufwertung. Sonst waren häufig die zentral organisierten Einrichtungen wie Caritas oder die Diakonie vor uns gelistet.“

Martin Seer belegt es mit aktuellen Zahlen: Im ersten Jahr wurden im Portal über 15.000 Besucher gezählt, die sich im Schnitt auf 4 Seiten informierten. Auf die 250 ausgeschriebenen Jobs kamen fast 700 eingegangene Bewerbungen.

Jenseits der Zahlen erkennt der Salzburger Unternehmer noch einen weiteren Vorteil. „Berührungsängste werden abgebaut, denn nicht alle Menschen sind den Umgang mit Menschen mit Behinderung gewöhnt. Das aber verflüchtigt sich bei einem ersten Kennenlernen schnell,“ weiß er aus eigener Erfahrung. Beispiele ‚aus dem Leben‘ finden sich übrigens ebenfalls im Jobportal Lebenshilfe Oberbayern. In kleinen Video-Clips stellen sich Mitarbeiter und ihre Arbeit vor. Im Bereich ‚Ausbildung‘ etwa werden auch die verschiedenen Berufe wie Erzieher/in, Heilerziehungspfleger/in, Heilpädagog/in und Sozialpädagog/in vorgestellt und die Möglichkeit für junge Menschen in die Lebenshilfe-Einrichtungen ‚hineinzuschnuppern‘, etwa im Rahmen eines Praktikums.

Mehr Infos zur Agentur finden Sie unter:
www.typo-wimmer.at/

Wohnen: Angehörigenbeirat neu gewählt

Vor 60 Jahren machten sich Eltern auf, ihren Kindern mit Behinderungen eine bessere Zukunft und ein besseres Leben zu ermöglichen. Eltern organisierten sich selbst und setzten sich engagiert für die Interessen und Rechte ihrer Kinder ein. Noch immer spielt die Zusammenarbeit mit den Angehörigen eine wesentliche Rolle für den Verein ‚Lebenshilfe München e.V. Stadt und Landkreis‘.
Für den Bereich Wohnen existiert seit dem Jahr 2008 ein Angehörigenbeirat, dieser wurde Ende April neu gewählt. Eine Neuwahl war durch die neue Satzung des Vereins nötig geworden. Der neu gewählte Angehörigenbeirat traf sich nun zu seiner konstituierenden Sitzung. Im Rahmen dieser wurde Heinz Dennhoven zum Vorsitzenden und Peter Fiedler zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Ebenso engagieren sich Helgart Richter, Claudia Weinel und Dr. Joerg Rothermel für die Anliegen der Bewohner*innen.

Die Interessen von Menschen mit Beeinträchtigung vertreten

Der Angehörigenbeirat der Lebenshilfe München Wohnen. Von links: Heinz Dennhoven, Dr. Joerg Rothermel, Helgart Richter, Claudia Weinel, Peter Fiedler

Sie vertreten die Interessen der Angehörigen und sonstigen Sorgeberechtigten der Klienten der ‚Lebenshilfe München Wohnen GmbH‘ wie auch der rechtlichen Betreuer aller Menschen, die bei der Wohnen GmbH leben und/oder eine Assistenzleistung erhalten. Dabei sollen möglichst alle Leistungstypen und Standorte aus dem Bereich Wohnen vertreten sein. Dies ist derzeit noch nicht der Fall, deswegen freuen sich die Mitglieder des Angehörigenbeirats über interessierte und engagierte Angehörige. Vorrausetzung für eine Mitarbeit ist lediglich, dass Sie Mitglied der Lebenshilfe München sind und ihr Sorgeberechtigter Leistungen der Wohnen GmbH erhält.

Für René Pfeifer zählt die Gesamtleistung aller.

Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, René Pfeifer, spricht von der Gesamtleistung aller Beteiligten zum Wohle von Menschen mit Beeinträchtigung: „Die konstruktive Zusammenarbeit mit den Angehörigen spielt für die Lebenshilfe, schon historisch bedingt, eine zentral wichtige Rolle in unserem täglichen Handeln. Hierbei ist es nicht erheblich, welche Position oder Funktion eine Mitarbeiterin der Lebenshilfe München Wohnen GmbH ausfüllt. Die gemeinsame Haltung ist eine kooperative und konstruktive Zusammenarbeit mit allen Angehörigen und rechtlichen Betreuern. Nur so können wir bestmögliche, entwicklungsfördernde Bedingungen für all unsere Klienten schaffen und dies auch bzw. gerade im Hinblick auf eine gelingende Inklusion und Teilhabe.“

Mehr über die Arbeit des Angehörigenbeirates Wohnen lesen Sie unter:
https://lebenshilfeblog.de/2019/07/19/ilse-achilles-als-vorsitzende-des-angehoerigen-beirats-verabschiedet/

Wege eines personenzentrierten Arbeitens

Fortbildung im Wohntraining
zeigt Wege für ein personenzentriertes Arbeiten

Nach fast zwei Jahren führte die Lebenshilfe München im Mai 2022 wieder eine ganztägige Fortbildung als Präsenzveranstaltung durch. Als Thema wählte man: „Ernstnehmen – zutrauen- verstehen – Personenzentriertes Arbeiten mit Menschen mit Beeinträchtigung“. Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, René Pfeifer, hält fest: „Corona-bedingt fielen lang geplante Fortbildung immer wieder aus. Wir sind froh, dass es jetzt wieder weitergeht.“

Foto: Endlich sind Schulungen und Fortbildungen wieder ‚in Präsenz‘, also mit persönlicher Begegnung und Austausch möglich. (Archivfoto)

Umso gespannter war das Wohntrainings-Team und der pädagogische Fachdienst auf die Schulung der Dozenten Karin Wolf und Marco Beringer aus der Lebenshilfe Schweinfurt. Vor allem die neuen im BTHG (Bundesteilhabegesetz) festgeschriebenen Bestimmungen und Änderungen galt es zu vertiefen. So standen Themen wie der „Theoretische Hintergrund des personenzentrierten Konzeptes und die damit verbundene Begriffsklärung, auch hinsichtlich des Sprachgebrauchs im BTHG, im Zentrum. Praktisch vertieften die Pädagogen und Fachkräfte mit eigenen Beispielen anhand von Hilfen für Handlungsgrundlagen und Richtlinien das personenzentrierte Konzept.

Das Team entwickelte gemeinsam mit dem pädagogischen Fachdienst aktuelle Fallbeispiele. Sie wurden im Rahmen der Schulung besprochen und Lösungsansätze erarbeitet. Die Rückmeldung aus dem Team war durchwegs positiv. Besonders der intensive Austausch über die Praxisbeispiele mithilfe der Richtlinien bereichern den Arbeitsalltag und setzen neue Impulse.

René Pfeifer: „Die UN BRK und das BTHG geben die Richtung vor: Es geht von einer Einrichtungszentrierung hin zu einer individuell ausgerichteten und personenzentrierten Assistenz. Es ist wichtig, unser pädagogisches Wissen immer wieder auf den neuesten Stand zu bringen und den modernsten heilpädagogischen Konzepten anzupassen. Mit der richtigen Gewichtung begleiten wir gezielt und führen über in ein individuelles, personenzentriertes Assistenzkonzept im Wohntraining hin zu mehr Autonomie für Menschen mit Beeinträchtigung.“

Fußspuren der Lebenshilfe München

Leave a trace – Spuren hinterlassen

An diese Fußspuren wollen wir uns erinnern! – Die Lebenshilfe München beteiligt sich am Mitmach-Aktionstag mit einem bunten Kunstwerk und dokumentiert Meilensteine ihrer Entwicklung. Am 5. Mai 2022, dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, lud der Lebenshilfe Landesverband im Rahmen seines 60. Jubiläums zu einem bayernweiten Mitmach-Aktionstag auf.

Die Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe München, Andrea Siemen (r.) und Julia Bader von der OBA enthüllen das inklusive Kunstwerk.

Über 50 Einzelaktionen haben die lokalen und regionalen Lebenshilfen und ihre Einrichtungen für den dezentralen Lebenshilfe-Aktionstag geplant: Kunst- und Backaktionen zu „Fußspuren“ in den Einrichtungen, Infostände zu „Inklusion und Barrierefreiheit“ auf den Marktplätzen und Innenstädten mit Fußspur-Aktionen, Tanz und Musik, Laufveranstaltungen und vieles mehr.

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Zentrale Forderungen der Lebenshilfe an die Politik

Parlamentarischer Abend: im Gespräch miteinander bleiben
– Aus dem Newsletter der Bundesvereinigung Lebenshilfe –

Um das Leben und den Alltag von Menschen mit Behinderung zu verbessern, sind die eigenständigen Lebenshilfen, meist auf Landkreisebene als Vereine eingetragen, in der Bundesvereinigung Lebenshilfe organisiert. Unter ihrem Dach sind 491 Orts- und Kreisvereinigungen und 16 Landesverbände, die alle jeweils rechtlich eigenständig sind, zusammengeschlossen. Einmal jährlich wird zu einem parlamentarischen Abend eingeladen, um auf hoher politischer Ebene die Anliegen an die Frau oder den Mann zu bringen. 2022 wählte die Bundesvereinigung der Lebenshilfe das Thema „Familien von Menschen mit Behinderung stärken!“.

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Gemeinsam raus aus dem Alltag- und rein ins Urlaubsvergnügen

„Urlaub zu haben“ ist ein fester Teil unseres Lebens und eine Zeit, die wir nicht vermissen wollen. Auftanken, zu sich selbst finden, Neues entdecken, z.B. andere Menschen, Länder, Kulturen, eine andere Umgebung – kurzum: raus aus dem Alltag. Eine Zeit, die uns neue Kraft und Lebensfreude finden lässt, manchmal auch neue Perspektiven vermittelt. Natürlich sind diese die psychische und körperliche Gesundheit fördernden Wochen im Jahr auch für Menschen mit Behinderung unverzichtbar.

Foto: Salzburg ist immer eine Reise wert. Ein Besuch der Festung mit Altstadt, oder ein Spaziergang entlang der Salzach. Die OBA der Lebenshilfe München ist hier gern zu Gast.

Dabei hilft die OBA (Offene Behindertenarbeit) der Lebenshilfe München bei der Durchführung und Begleitung, denn häufig sind ‚kleine Alltagshilfen‘ nötig, um die Urlaubstage zu einem besonderen Erlebnis werden zu lassen. Die Redaktion hat sich mit Frau Lehner unterhalten, welche Erfahrungen das Team dabei macht. Seit elf Jahren betreut sie gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen diese organisierten Urlaubsreisen.

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Schulbegleitung für Regelschulen wird immer mehr gewünscht

Seit 2011 ist im Bayerischen Schulgesetz das Recht für alle schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen mit Behinderung verankert, einen gleichberechtigten Zugang zum Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen zu haben. Die Nachfrage zur Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in Regelschulen steigt stark an, weiß Gudrun Keinert, die selbst drei Jahre lang als Schulbegleiterin für die Lebenshilfe München tätig war. Seit fünf Jahren koordiniert sie jetzt diesen Bereich. Aus den anfänglichen 18 Schulbegleiter*innen wurden schnell 60 Mitarbeiter*innen, die momentan insgesamt 53 Kinder und Jugendliche mit Behinderung während dem Schulbesuch begleiten und unterstützen.

Gudrun Keinert

Manche der Kinder und Jugendlichen haben auch zwei oder gar drei Schulbegleiter*innen, da einige der Mitarbeiter*innen nur tageweise arbeiten. Sie studieren nebenbei, leisten die Schulbegleitung nur als Nebenjob auf 450€-Basis oder arbeiten nach der eigenen Elternzeit erstmal nur in Teilzeit.

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Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglichen

– Neue Webseite informiert über Barrierefreiheit –

Die Inklusion von Menschen mit Behinderung, ihre Teilhabe am gesellschaftlichen und öffentlichen Leben, ist ein Prozess über viele Jahre hinweg. In München etwa beschloss die Stadt vor zehn Jahren, in enger Zusammenarbeit mit Betroffenen, Organisationen und Vereinen, ein ganzes Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Rahmenbedingungen, weitete es 2019 aus und will bis zum Jahr 2025 einen nächsten Aktionsplan für Menschen mit Behinderung erarbeiten. Die Stadt München hat sich dafür den Slogen „München wir inklusiv“ ins Stammbuch geschrieben. Es ist ein Prozess über Jahrzehnte hinweg und aktuell arbeitet die Landeshauptstadt an 30 Projekten, 50 wurden bereits erfolgreich umgesetzt.

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Altenpflege und Menschen mit Behinderung

Altenpflege ist die Betreuung und Pflege von alten Menschen, die in der Hauskrankenplfege und in der Ambulanten Pflege ein stetig weiter wachsende Berufsumfeld findet. Es ist das Ziel der Pflege, die geistigen, körperlichen und sozialen Fähigkeiten im Alter weitgehend zu erhalten und bei jüngeren Menschen diese auszubauen und zu fördern.

Das Leitungsteam der Lebenshilfe München und die vor der Abschlussprüfung stehenden Fachkräfte der Altenpflege zum Besuch in der Wohneinrichtung am Willinger Weg.
Das Leitungsteam der Lebenshilfe München und die vor der Abschlussprüfung stehenden Fachkräfte der Altenpflege zum Besuch in der Wohneinrichtung am Willinger Weg.

Die Überschneidung der Ausbildungsinhalte im Bereich der Alten- und Krankenpflege hat vor zwei Jahren zur Zusammenlegung der Berufsbilder zur Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann geführt. Auch im Bereich der Betreuung von Menschen mit Behinderung sind vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Bewohnerschaft die Ausbildungsinhalte der Altenpflege wichtige fachliche Ergänzungen in unseren interdisziplinären Teams.

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Gemeinsam einen langen Weg der kleinen Schritte gehen

– Im Gespräch mit Sabrina Kupka –

Sabrina Kupka (30) schließt akutell ihr sozialwissenschaftlichen Masterstudium ab. Seit über einem Jahr unterstützt sie den Pädagogischen Fachdienst der Lebenshilfe und hier vor allem die Wohneinrichtungen in der St.-Quirin-Straße und am Willinger Weg sowie das Belegungsmanagement. (Siehe Bericht/ Link). Wir haben bei ihr nachgefragt, was in diesem Jahr bewegt wurde und wo sie Fortschritte sieht.

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Abschied von Gerlinde Engelmann

Abschied von Gerlinde Engelmann, Ehrenvorsitzende der Lebenshilfe München

Gerlinde Engelmann, geb. Klee, wurde am 8. Mai 1936 in Doberseik (heute: Dobřečov), heutiges Tschechien, geboren. Die Fremdsprachenkorrespondentin engagierte sich ab 1967 bei der Lebenshilfe München zunächst als Mitglied und ab 1976 im Vorstand, dessen Vorsitzende sie von 1983 bis 1996 war. Bereits 1972 hatte sie die damals so genannte Elternberatung gegründet (heute Angehörigenberatung), in der sie auch noch lange Jahre nach dem Ausscheiden aus ihren übrigen Ämtern ehrenamtlich tätig war. Die Elternberatung sah sie als die ureigene Aufgabe der Lebenshilfe, einem Selbsthilfeverein. Ihr Anspruch war: „Man muss sich auskennen, um zu helfen.“

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