Schulbegleitung für Regelschulen wird immer mehr gewünscht

Seit 2011 ist im Bayerischen Schulgesetz das Recht für alle schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen mit Behinderung verankert, einen gleichberechtigten Zugang zum Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen zu haben. Die Nachfrage zur Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in Regelschulen steigt stark an, weiß Gudrun Keinert, die selbst drei Jahre lang als Schulbegleiterin für die Lebenshilfe München tätig war. Seit fünf Jahren koordiniert sie jetzt diesen Bereich. Aus den anfänglichen 18 Schulbegleiter*innen wurden schnell 60 Mitarbeiter*innen, die momentan insgesamt 53 Kinder und Jugendliche mit Behinderung während dem Schulbesuch begleiten und unterstützen.

Gudrun Keinert

Manche der Kinder und Jugendlichen haben auch zwei oder gar drei Schulbegleiter*innen, da einige der Mitarbeiter*innen nur tageweise arbeiten. Sie studieren nebenbei, leisten die Schulbegleitung nur als Nebenjob auf 450€-Basis oder arbeiten nach der eigenen Elternzeit erstmal nur in Teilzeit.

„Manchmal begleitet aber auch ein*e Schulbegleiter*in ein Tandem – also zwei Kinder parallel. Gerade in Förderzentren würde es sonst oftmals vorkommen, dass in einer Klasse mehr Erwachsene als Kinder sind.“ informiert Keinert, selbst Mutter zweier Kinder. Wir haben uns mit ihr unterhalten, wie sich die Situation in München darstellt und wir merken schnell, wie komplex dieses Thema der Schul- und Individualbegleitung eigentlich ist.

Die Umsetzung scheitert häufig

„Auch wenn generell ein gesetzlicher Anspruch auf den Besuch einer Regelschule besteht, so scheitert es oftmals an den zufriedenstellenden Möglichkeiten der Umsetzung. Beginnend bei der klassischen Barrierefreiheit, über die in München noch längst nicht alle Schulen verfügen, über die fehlenden Räumlichkeiten, um sich auch mal für den differenzierten Unterricht zurückzuziehen bis hin zur oftmals fehlenden Fachlichkeit im Bereich der Inklusion bei Lehr- und Fachkräften. Natürlich nicht bei allen Schulen und auch nicht bei allen Lehrern…aber leider noch viel zu oft“, stellt sie fest.

Klare Tendenz hin zur Regelschule

Der Drang zum Besuch einer Regelschule ist hoch. Er sollte in einer inklusiven Gesellschaft normal sein und Kinder in ihrer Bildung nicht benachteiligt werden. „In Schweden etwa funktioniert das deutlich besser. Die meisten Kinder und Jugendlichen besuchen das ganz normale Regelschulsystem. Dort ist es selbstverständlich, dass jede*r Schüler*in die Hilfe bekommt, die er/sie benötigt“, betont sie. In Bayern werden Grenzen dagegen nicht nur räumlich gesetzt, sondern seien systemisch begründet. „Inklusion an Regelschulen kann nur gelingen, wenn genügend Personal zur Verfügung steht (multiprofessionelle Teams als Standard!), es alle gemeinsam wollen … von der offenen Schulleitung über die fachlich geschulte Lehrkraft, den aufgeschlossenen Eltern und Mitschülern und eben oftmals mit der Unterstützung einer Schulbegleitung. Große Klassen, wechselnde Lehrkräfte, häufige Urlaubs- bzw. Krankheitsvertretungen, wechselnde Klassenzimmer – alles das sind Hindernisse für Kinder, die ein ruhiges und gewohntes Lernumfeld brauchen. Und das ist kein Sonderwunsch, sondern lediglich die Grundlage für die Umsetzung des rechtlichen Anspruchs auf Chancengleichheit.“

Ist das Schulsystem überfordert?

Vor allem bei Hospitationen an Schulen oder in Gesprächen mit Lehr- und Fachkräften wird der Pädagogin die angespannte Lage bewusst: „Übertrieben gesprochen sieht die Situation in einer ‚ganz normalen Grundschulklasse‘ im städtischen Raum etwa so aus: Es gibt immer einige ruhige, schüchterne und introvertierte Kinder, die von der Lehrkraft besonderer Aufmerksamkeit brauchen. Dann sind da ein paar wilde Rabauken, die für ordentlich Action sorgen und die besondere Aufmerksamkeit der Lehrkraft brauchen. Dann natürlich noch Kinder, die emotional und sozial belastet sind und ebenfalls nach Aufmerksamkeit verlangen. Dazu kommt der ein oder andere nicht-diagnostizierten ADHSler oder Asperger-Autist, der die besondere Aufmerksamkeit der Lehrkraft braucht.

Die Grenzen des Möglichen sind längst erreicht

Je nach Stadtteil sind da noch einige Kinder mit Migrationshintergrund und starken Defiziten in der deutschen Sprache. Und jetzt nehmen die Schulen glücklicherweise nach Möglichkeit noch traumatisierte Flüchtlingskinder auf, die ebenfalls eine besondere Betreuung durch die Lehrkraft brauchen. Das Ganze in Klassen mit 25 bis 30 Schülern und Schülerinnen und der einen Lehrkraft, die dann neben all dem ´gebraucht werden´, neben all der Elternarbeit und all den kleinen und großen Alltagsaufgaben ihrem Bildungsauftrag nachkommen muss und dann am besten noch das Kind mit Behinderung inklusiv beschulen soll. Eine Aufgabe, die in sich bereits Grenzen des Möglichen aufzeigt.“

„Das System der Schulbegleitung kann funktionieren“, ist sich Gudrun Keinert sicher. Für die Kinder und Jugendlichen, die eine Schulbegleitung zur Seite haben, ist es für das Gelingen elementar, dass sich die Zuständigkeiten von Lehrkraft und Schulbegleiter*in gut und effektiv ergänzen.

„Viele der begleiteten Kinder brauchen Unterstützung im Großen und im Kleinen. Die einen flippen schnell aus und zeigen sich und anderen gegenüber Aggressionen. Die andere üben mit der Schulbegleitung erst mal wichtige Strukturen am Arbeitsplatz ein…etwa, dass das Federmäppchen mit den Stiften richtig liegt, ebenso die Hefte und Bücher, damit sich das Kind auf den Unterricht konzentrieren kann. Manche Kinder verweigern das Schreiben, manche Kinder haben große Angst sich von zu Hause zu lösen. Die einen brauchen Unterstützung beim Bedienen der Insulinpumpe, die anderen müssen regelmäßig aus dem Klassenzimmer begleitet werden, um Auszeiten nehmen zu können. In vielen Fällen hilft die Schulbegleitung auch dabei, zwischen dem zu begleiteten Kind und den Mitschüler*innen soziale Kontakte zu knüpfen, gegenseitiges Verständnis aufzubauen und manchmal auch zu vermitteln.“

Kinder mit Sonderstellung in der Klasse

Mit dem Bündel an Assistenzleistungen nimmt das Kind darüber hinaus in der Klasse eine Sonderstellung ein. Das muss den Mitschülern vermittelt werden und auch manche Lehrkraft muss sich erst mal mit der Rolle des Schulbegleiters auseinandersetzen und manchmal auch arrangieren. „Generell entwickeln sich diese Leistungen vor allem in den Grundschulen gut“, bestätigt Keinert, „die meisten Kinder können damit gut umgehen.“ Die Probleme mehren sich ab der fünften Klasse auf Regelschulen. Dann sei häufig Mobbing und Ausgrenzung aus der Klassengemeinschaft zu beobachten. Die Schere zwischen Kindern mit und ohne Behinderung wird in diesem Alter immer deutlicher.

Es spricht einiges für die Förderschulen

„Trotz all der Unterstützung durch eine*n Schulbegleiter*in ist es in unserem Regelschulsystem mit der knappen Ausstattung an personellen Ressourcen, dem fehlenden Fachwissen, dem unflexiblen Bayerischen Lehrplan und all den anderen Stolpersteinen vielleicht sogar manchmal besser, sein Kind an einem Förderzentrum zur Schule gehen zu lassen…auch wenn das natürlich nicht dem Gedanken der Inklusion und Chancengleichheit entspricht.“

Peter Puhlmann, Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, hebt die positive Leistung der Schulbegleitung hervor: „Mit der Schulbegleitung der Lebenshilfe München tragen wir erfolgreich dazu bei, die erforderliche Unterstützung im motorischen, sozialen, emotionalen und kommunikativen Bereich zu gewährleisten und damit Teilhabe im inklusiven Sinne zu ermöglichen. So gelingt es ganz individuell schulische Anforderungen zu bewältigen und sich in den Klassenverband integrieren zu können. Unser Anspruch ist es dabei, eine größtmögliche Selbstständigkeit unserer Kinder und Jugendlichen zu stützen und langfristig zu erreichen.“

Gerd Spranger

Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglichen

– Neue Webseite informiert über Barrierefreiheit –

Die Inklusion von Menschen mit Behinderung, ihre Teilhabe am gesellschaftlichen und öffentlichen Leben, ist ein Prozess über viele Jahre hinweg. In München etwa beschloss die Stadt vor zehn Jahren, in enger Zusammenarbeit mit Betroffenen, Organisationen und Vereinen, ein ganzes Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Rahmenbedingungen, weitete es 2019 aus und will bis zum Jahr 2025 einen nächsten Aktionsplan für Menschen mit Behinderung erarbeiten. Die Stadt München hat sich dafür den Slogen „München wir inklusiv“ ins Stammbuch geschrieben. Es ist ein Prozess über Jahrzehnte hinweg und aktuell arbeitet die Landeshauptstadt an 30 Projekten, 50 wurden bereits erfolgreich umgesetzt.

Das jüngste Beispiel ist eine Website, die über die Barrierefreiheit von Kultureinrichtungen informiert. Sie nennt wichtige Details, die eben für Menschen mit acht ganz unterschiedlichen Einschränkungen von Bedeutung sind. Von Hörgeschädigten und Sehbehinderten, von Rollstuhlfahrern und Gehbehinderten, Gehörlosen und blinden Menschen bis hin zu psychisch-seelischen Behinderungen und kognitiven Einschränkungen, also Menschen mit geistiger Behinderung. Die Seite ist barrierefrei aufgebaut und nennt sich darum „kultur-barrierefrei-muenchen.de“. 250 Einrichtungen in München stellt sie vor.

Die Rathaus-Rundschau präsentiert sie im offiziellen Stadtportal der Landeshauptstadt wie folgt: „Die Website http://www.kultur-barrierefrei-muenchen.de bietet Menschen mit Behinderung Informationen rund um den Besuch von Münchner Kultureinrichtungen. Der gemeinnützige Verein KulturRaum München hat die Internetseite im Auftrag des Kulturreferats entwickelt. In enger Zusammenarbeit mit dem cbf – Club Behinderter und ihrer Freunde e.V. ist eine Informationsplattform zur Barrierefreiheit von 250 Kulturorten in der Stadt entstanden. Das Projekt ist im zweiten Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention der Stadt München verankert.“

„Kulturbesuche sind ein aufwändiges Unterfangen“

Die Lebenshilfe München wirkt von Anfang an bei der Erarbeitung und Ausgestaltung der Aktionspläne der Stadt München für Menschen mit Behinderung mit (siehe Link). Auch der Behindertenbeauftragte der Stadt München, Oswald Utz, freut sich über das neue Angebot: „Eine Kulturveranstaltung zu besuchen, ist für viele Menschen mit Behinderungen noch immer ein aufwändiges Unterfangen. Gibt es eine Toilette für Rollstuhlfahrer*innen? Hat es eine Induktionsschleife für hörgeschädigte Menschen? Dies sind nur zwei Fragen, die sich diese Personengruppe vor einer Veranstaltung stellt. Endlich gibt es auf der neuen Homepage http://www.kultur-barrierefrei-muenchen.de Antworten auf all diese Fragen. Ich danke allen, die zur Verwirklichung beigetragen haben, denn dies ist ein weiterer Schritt zu mehr Teilhabechancen.“

Ebenso äußert sich Monika Burger, Behindertenbeirätin der Stadt München: „Die Webseite http://www.kultur-barrierefrei-muenchen.de ist sehr nützlich, weil nicht nur die großen Häuser, sondern auch kleine Kulturorte für alle Behinderungsarten äußerst detailliert beschrieben werden. Die Angaben richten sich beispielsweise auch an Menschen mit psychischer Beeinträchtigung oder Lernschwierigkeiten, die oft vergessen werden. Die Formulierungen sind gut verständlich und die Webseite barrierefrei programmiert.“

Vom Februar 2015: Aktionsplan-fuer-Menschen-mit-Behinderung
Vom August 2021: UN-Behinderten-Rechtskonvention-Muenchen-zieht-Bilanz
Aus der Rathaus-Rundschau: Website-zur-Barrierefreiheit-von-Kultureinrichtungen-gestartet
Die neue Webseite: www.kultur-barrierefrei-muenchen.de

Ukraine: Landesverband Bayern und Lebenshilfe München unterstützen

Die Lebenshilfe Bayern ist tief erschüttert über den andauernden Krieg in der Ukraine. „Wir sorgen uns vor allem auch um Menschen mit Behinderungen und ihre Familien, die in den Kriegsgebieten leben oder nun auf der Flucht sind“, betont die Landesvorsitzende Barbara Stamm und appelliert, bei allen Hilfsmaßnahmen deren besondere Bedürfnisse zu beachten.

Partnerorganisation in Ukraine

„Der Krieg bringt für Millionen von Menschen unfassbares Leid, Elend und Zerstörung“, so die ehemalige Landtagspräsidentin weiter. Viele Lebenshilfen in Bayern stehen deshalb bereit, insbesondere Flüchtlingen mit Behinderungen und ihren Familien zu helfen. Die Lebenshilfe Ostallgäu hat sogar selbst behinderte Kinder und ihre Mütter aus der Ukraine nach Kaufbeuren gebracht. Seit Jahren arbeitet sie eng mit dortigen Organisationen zusammen. Ausführliche Informationen dazu gibt es unter:
www.lebenshilfe-ostallgaeu.de.

Ukraine-Hotline Bayern

Auf bayerischer Ebene unterstützt die Lebenshilfe die telefonische
Ukraine-Hotline: 089-54497-199.
Sie gilt als Erstanlaufstelle für Flüchtlinge, deren Familien, Verwandte, Freunde in Bayern und engagierte Menschen, die selbst helfen möchten. Die Hotline wird von der Freien Wohlfahrtspflege betrieben und vom Sozialministerium gefördert. Weitere Infos und Kontaktdaten – auch in ukrainisch – gibt es im Internet unter:
www.ukraine-hotline-bayern.de
sowie auf der zentralen Plattform der bayerischen Staatsregierung:
https://ukraine-hilfe.bayern.de.

Helfen mit den Diensten der Lebenshilfe

In München bekräftigt Lebenshilfe-Vorstand und Geschäftsführer, Peter Puhlmann, das Engagement der Lebenshilfe-Dienste, wie Familienunterstützender Dienst, Ambulante Dienste und Anbulanter Pflegedienst. „Wir haben trotz ausgelasteter Wohn- und Unterkunftskapazitäten in unseren Wohneinrichtungen noch eine ’stille Reserve‘ für Menschen mit Behinderung schaffen können. Wir bieten Raum für zwei Familien mit Kindern oder insgesamt sechs (Waisen-) Kinder.“ Die Hilfen der Lebenshilfe München werden auf kommunaler Ebene abgestimmt. „Wir stehen über einen privaten Kontakt auch mit einer leitenden Person eines internationalen Kinderhilfswerkes in der Ukraine im Kontakt“, so Peter Puhlmann. „Unabhängig hiervon haben Mitarbeiter, allen voran Gudrun Keinert (Koordinatorin der Schulbegleitung) von der Lebenshilfe München eine Sammelaktion von Hilfsgütern zu Gunsten von Ukraine-Flüchtlingen gestartet. Hierzu gilt mein ganz persönlicher Dank!“

60 Jahre Lebenshilfe-Landesverband Bayern

Unter dem Motto „Miteinander – Wir gestalten Teilhabe“ setzt sich der Lebenshilfe-Landesverband Bayern seit 1962 als Dachorganisation der bayerischen Lebenshilfen insbesondere für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Familien ein. Der Verband hat heute gut 160 Mitglieds-Organisationen. Diese unterstützen, fördern und begleiten über 50.000 Menschen mit Behinderungen und deren Familien. Die Lebenshilfe hat ein umfassendes Netz kompetenter Hilfe aufgebaut – mit etwa 900 Einrichtungen, Diensten und Beratungsstellen. Landesvorsitzende Barbara Stamm ist seit 2001 im Amt. Die Lebenshilfe ist bundesweit aktiv als Elternverband und Selbsthilfe-Vereinigung, als Fachverband und Trägerin von Einrichtungen der Behindertenhilfe. Informationen zum Jubiläumsjahr 2022 gibt es hier.

Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung – Landesverband Bayern e. V. – 91056 Erlangen – E-Mail: info@lebenshilfe-bayern.de – Internet: https://www.lebenshilfe-bayern.de

Die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen fördern

Sonderpädagogin Sabine Janowitz gibt Einblick in den Schulalltag
Die Medienpädagogik als neue Möglichkeit begreifen lernen

Die „Silvia-Görres-Schule“ der Lebenshilfe im Norden von München an der Neuherbergstraße macht in ihrem Zusatz bereits deutlich, was ihr Anliegen ist. Sie ist ein „privates Förderzentrum mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“. Die Entwicklung der Kinder wird bereits früh in der SVE (Schulvorbereitende Einrichtung) voran gebracht. „In der Vorbereitung auf die Schule lernen die Kinder ganz einfache Dinge wie etwa für eine gewisse Zeit ‚ruhig im Kreis zu sitzen‘, sich dabei zu konzentrieren, über den Tag, das Wetter oder sich auch über den Tagesablauf auszutauschen“, informiert die Schulleiterin Sabine Janowitz.

Sabine Janowitz

Mit auf dem Plan der Vorschule stehen ebenso Naturerfahrungen, wobei die nahe Panzerwiese und der schuleigene Spielplatz gute Voraussetzungen bieten. „Es kann auch noch einen Schritt weiter gehen, etwa mit einem Schulgarten und der Anpflanzung von Kräutern, Tees sowie Gemüse. Die Kinder sollen verstehen, dass etwa eine Tomate nicht in der Dose wächst oder heranreift.“

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Neue Wohnungen der Lebenshilfe München

Seit mehreren Jahren setzt die Lebenshilfe München auf ein durchlässiges Gesamtkonzept im Bereich Wohnen. Betreute Wohneinrichtungen im gemeinschaftlichen Wohnen, Wohngemeinschaften, ambulant betreutes Wohnen und zwei Wohngruppen, die Menschen mit Behinderung auf ein selbständiges Wohnen vorbereiten. Das Angebot wird jetzt mit acht Wohnungen im Münchner Westen, im Stadtteil Aubing-Lochhausen-Langwied, (Stadtbezirk 22) erweitert.

Die zwei Vorstände und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann und René Pfeifer freuen sich über die erfolgreiche Anmietung, denn Wohnraum in München ist nur schwer zu bekommen. René Pfeifer verweist auf die aktuell hohe Nachfrage: „Es besteht ein großer Bedarf an adäquatem und bezahlbarem Wohnraum für unser Klientel in der Stadt München. Deswegen bin ich sehr glücklich, dass wir die Wohnungen noch im Jahr 2021 anmieten konnten. Es bietet für unsere Klienten eine wunderbare Möglichkeit zum selbständigen Wohnen. Auch in Richtung Inklusion, Teilhabe und Orientierung im Sozialraum bietet der Standort beste Strukturen.“
Foto: Die Vorstände der Lebenshilfe München, René Pfeifer, Peter Puhlmann und Andreas Oeller (GWG) bei der Übernahme der Wohnungen.

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Darf es zu Weihnachten etwas Besonderes sein?

MOCCASOLA:
die duftenden Kaffeespezialitäten der Lebenshilfe

Was gibt es schöneres als ein dampfendes heißes Getränk zur Weihnachtszeit. Klassischer Weise ein Glühwein im Freien, ein heißer Tee mit Schuss oder ein frisch gebrühter Kaffee. Wenn es ein besonderer ist, macht er sich auch als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum gut. Dazu zählen ganz bestimmt die Kaffee-Spezialitäten von „MOCCASOLA – die kleine Rösterei“, die in der Zweigwerkstatt Putzbrunn der Lebenshilfe Werkstatt selbst geröstet werden. Die wertvollen Bohnen, beispielsweise für den PachaMama bezieht MOCCASOLA direkt bei einer Vereinigung von 50 Kaffeebauern aus dem Hochland Perus. Anbau und Ernteprozess orientieren sich an den Grundsätzen für ökologisch nachhaltigen Kaffeeanbau. Nachhaltig ist auch die Produktion in München, denn sie sichert rund zwanzig Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung.

Auch zur 60-Jahr-Feier der Lebenshilfe München präsentiert sich das Moccasola-Team. Auf dem Bild Stephan Mancassola (r.) und im Hintergrund Geschäftsführer Andreas Jehn (r.) und André Keitel (l.) – Foto: Gerd Spranger
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Eine Fahrrad-Rikscha für die Lebenshilfe München

– ‚Aktion Mensch‘ unterstützt mit 5.000 Euro
– Weitere Spenden und ein Zuschuss der Stadt München

Vielen Menschen mit Einschränkung ihrer Mobilität sind Fahrten oder gar Ausflüge auf dem Fahrrad nicht möglich. Sie stehen häufig außen vor, wenn Freunde, ihr Verein oder ihre Gruppe einen Fahrrad-Ausflug unternehmen. Dies bedauert man bei der OBA der Lebenshilfe München schon länger, denn die Organisation und Durchführung von Freizeitaktivitäten ist das Kernanliegen der Offenen Behindertenarbeit und dabei geht es immer um Teilhabe, um die Inklusion von Menschen mit Behinderung.

Die Rikscha wartet auf ihren ersten Einsatz bei der Lebenshilfe München.

OBA-Leiter der Lebenshilfe München, Harry Zipf, freut sich darum besonders über einen Zuschuss der Aktion Mensch von 5000 Euro zum Kauf einer Fahrrad-Rikscha mit Tretunterstützung (E-Bike). Was an Geldern noch fehlte, konnte durch weitere Spenden und mit einem Programm der Stadt München zur Förderung der Elektromobilität aufgebracht werden.

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Gynäkologische Sprechstunde für mobilitätseingeschränkte Mädchen und Frauen

Aus der Rathaus Umschau der Landeshauptstadt München

Bürgermeisterin Verena Dietl und Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek haben jetzt bei einem Festakt mit Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern und den Netzwerkfrauen Bayern die Gynäkologische Sprechstunde für mobilitätseingeschränkte Frauen und Mädchen im Gesundheitsreferat an der Bayerstraße 28a eröffnet. Ab sofort steht mit dieser Einrichtung in den Räumen des Gesundheitsreferates an der Bayerstraße 28a den Münchnerinnen mit Mobilitätseinschränkungen eine barrierefreie gynäkologische Versorgung zur Verfügung.

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60 Jahre Lebenshilfe und ein besonderes Geschenk

Freude über 60 Jahre Lebenshilfe und über das Wandbild Permanus. Von links: der Künstler Martin Blumöhr, Geschäftsführer und Vorstand der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann, und Münchens Alt-Oberbürgermeister Christian Ude. Fotos: Gerd Spranger – mehr in der Galerie.

Ein besonderes Geschenkt machte sich die Lebenhilfe München zu ihrem 60. Geburtstag, auch wenn eigentlich schon der 62. anstehend ist, denn 1960 gründete sich der Verein mit zwölf Eltern. So aber konnte ebenso die Einweihung eines großen Wandgemäldes, das eine ganze vierstöckige Häuserwand ziert, gefeiert werden. „Permamus“ wurde es getauft, was zu deutsch mit „von Hand zu Hand“ übersetzt werden kann. Und es wirkten viele Hände mit, insgesamt 60 Menschen mit und ohne Behinderung, alt und jung, aus der Lebenshilfe und aus der Nachbarschaft. Zu einem großen Gesamtkunstwerk fügte es der Maler Martin Blumöhr zusammen und sprach bei der Einweihung immer wieder von einer Regenbogenblume, die er als ein Zeichen von Diversität verstanden wissen will.

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Künstler danken Pflegekräften

Am Sonntag, 12. September von 11.00 bis 20.30 Uhr sagen KünstlerInnen mit einem Youtube-Event ein großes Dankeschön an die Menschen im Gesundheitswesen!

ART.CARE.LOVE

Unter dem Slogan „ART.CARE.LOVE“ gestalten sie 17 Live-Performances. Mit dabei sind: Mirja Boes, Kai Schumann, Janine Kunze, Johann von Bülow und die Lebenshilfe mit einem Beitrag um 12.00 Uhr. In zwölf Städten wie Köln, Berlin, München und Leipzig, sowie im Live-Stream bei YouTube über den Kanal marc.care.love gibt es im 30- oder 60-Minuten-Takt Lesungen, Konzerte und Comedy. Das vollständige Programm finden Sie unter: https://www.marccarelove.de/festival2021

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Für eine Stunde ein echter Münchner Türmer sein

Jeder Mensch erlebt die besondere Stunde auf dem Dach des Gasteig München auf seine eigene, ganz besondere Art. Kein Tag gleicht dem anderen und jeder Sonnenauf- oder Untergang ist einzigartig. Fotos: Lebenshilfe München
Jeder Mensch erlebt die besondere Stunde auf dem Dach des Gasteig München auf seine eigene, ganz besondere Art. Kein Tag gleicht dem anderen und jeder Sonnenauf- oder Untergang ist einzigartig. Fotos: Lebenshilfe München

Die Natur erleben, die Stadt, das Morgenerwachen und den Sonnenuntergang. Inspirierende Erlebnisse die unser Herz berühren und uns einladen, sich mit uns selbst und der Umwelt auseinander zu setzen. Die Künstlerin Joanne Leighton hat im Gasteig München dafür ein besonderes Projekt ins Leben gerufen, den ‚Türmer München‘. Jeweils zum Sonnenaufgang und zum Sonnenuntergang erleben Menschen eine Stunde lang einen besonderen Moment über den Dächern von München, hoch über der Philharmonie und ganz nach dem mittelalterlichen Vorbild werden sie zu „Türmer“ Münchens!

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UN-Behinderten-Rechtskonvention: München zieht Bilanz

Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann, mit der dritten Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München, Verena Dietl. Copyright: Michael Nagy / Presseamt München

Die Stadt München hat 2013 ein ganzes Maßnahmenpaket zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) beschlossen. 2019 wurden die Aktionspläne nochmals deutlich erweitert. Insgesamt sind bereits 47 der 81 Projekte und Maßnahmen erfolgreich umgesetzt, davon 80 Prozent aus dem ersten Aktionsplan. Die Lebenshilfe München gestaltete diesen Prozess mit.

Jetzt zog das Sozialreferat München eine Bilanz. Bürgermeisterin Verena Dietl bekräftigt: „Um die Rechte und Freiheiten von Menschen mit Behinderungen zu sichern, arbeiten Stadtverwaltung, Behindertenbeirat und der ehrenamtliche Behindertenbeauftragte Hand in Hand. Wir haben bereits große Fortschritte erzielt. In Zukunft wollen wir noch weiter an diesem wichtigen Thema arbeiten und deshalb bis spätestens 2025 einen dritten Aktionsplan auflegen.“

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Frühförderung weiter sehr gefragt

Lebenshilfe München eröffnet eigene Stelle
für „Interdisziplinäre Frühförderung“ in Riem

Der Bedarf nach Frühförderung, von den Neugeborenen bis hin zum 7. Lebensjahr, steigt im Coronajahr 2021 spürbar. Ganz allgemein, aber besonders hoch, ist die Nachfrage im Osten von München aus der Messestadt Riem bei der Lebenshilfe München. Sie ist neben Freiham der jüngste Stadtteil der Landeshauptstadt. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Elternverein, die Kinder- und Jugend GmbH der Lebenshilfe München nur wenige Kilometer entfernt in Feldkirchen seit vier Jahrzehnten eine interdisziplinäre Frühförderstelle betreibt. Hier erhalten Familien mit entwicklungsauffälligen und/oder behinderten Kindern ein individuell abgestimmtes Förderangebot. Die Familien und ihre Kleinen werden beratend, therapeutisch und pädagogisch betreut und begleitet.

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