Inklusionspreis 2022 und das Engagement der Lebenshilfe München

– Alpen.Leben.Menschen: eine Kooperation
vom Malteser Hilfsdienst und dem Alpenverein –

Alle zwei Jahre vergibt der Bezirk Oberbayern einen Inklusionspreis. Für das Jahr 2022 bewarben sich 48 Organisationen mit besonderen Projekten und jetzt wurden die Sieger gekürt. Den ersten Platz, und damit das Preisgeld von 5.000 Euro, gewannen der Malteser Hilfsdienst und der Alpenverein DAV. Der Bezirk Oberbayern möchte mit der Aktion ein Zeichen setzen, das einerseits die Heimat würdigt, anderseits aber ebenso eine lebendige Vielfalt. Das gelang mit dem Gemeinschafts-Projekt A.L.M (Alpen.Leben.Menschen) des Malteser Hilfsdienstes und des Alpenvereins in besonderer Weise.

Foto: Bezirkstagspräsident Josef Mederer (Bildmitte) beim Gruppenfoto mit den Preisträgern des Inklusionspreises 2022. Die ersten drei Preise gingen an: Malteser Hilfsdienst und DAV-Alpenverein, an die Musikschule Ismaning e. V. für ihr Projekt eines inklusiven Musikunterrichts mit Instrumenten. Den dritten Preis gewann der Verein „Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen“, zur Förderung der gemeinsamen Erziehung behinderter und nichtbehinderter Kinder e. V., Geretsried für das Projekt „Theater für Alle“. Foto: Peter Bechmann © Bezirk Oberbayern.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer bekräftigt bei der Preisverleihung: „Inklusion macht unsere Gesellschaft stark und bereichert das Leben aller Menschen. Gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen findet in Familien, Vereinen, in Stadt und Land statt. Das heimatliche Leben ist geprägt vom vorurteilsfreien und wertschätzenden Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen. Das hat die Ausschreibung unseres Inklusionspreises erneut gezeigt. Bei 48 spannenden Bewerbungen ist unserer Jury die Wahl nicht leicht gefallen.“

A.L.M. – Wandern berührt die Sinne. Fotos: Birgit Winter

Dabei verdeutlicht das Projekt A.L.M. den Wert und die Möglichkeit für ein wertschätzendes Miteinander aller Menschen in den Bereichen Kultur, Umwelt, Natur und Mobilität bei gleichzeitig gelebter Inklusion. Dafür sicherte sich der Malteser Hilfsdienst die Unterstützung der Lebenshilfe München als Projektpartner. Die Organisationen, DAV-Alpenverein, Malteser Hilfsdienst und die Lebenshilfe München bieten gemeinsame Ausflüge und Wandertouren für Menschen mit und ohne Behinderungen an.

Um was geht es beim Projekt Alpen.Leben.Menschen? ALM steht für ein Naturerlebnis in den Bergen, für Gemeinschaft und Kommunikation in einem geschützten Raum. Gut organisierte und begleitete Wandertouren im Einzugsgebiet von München sollen genau das ermöglichen. Einen guten Einblick zu dem Projekt zeigt ein Kurzfilm, der eine Gruppe bei ihrer Fahrt über den Staffelsee und von der Anlegestelle Murnau-Achele bei ihrem Drachenstich-Rundweg begleitete (Link zum Film siehe unten). Zu Wort kommen dabei Teilnehmer, Begleiter, Tourenführer und Initiatoren wie: Angela Hofmann, Tobias Frimmer, Karin Artmann, Marzeya Said, Larissa Mackert, Osama Falyouna und Birgit Winter, die A.L.M. – Projektverantwortliche. Sie erläutert das Anliegen:

Inklusion und Integration: Menschen fördern und zusammenbringen

„Wir bringen verschiedenste Menschen zusammen, geben ihnen die Möglichkeit die Heimat und das Umfeld kennen zu lernen und sich in der Natur zu bewegen. Ebenso trägt es dazu bei, sich für andere Kulturen und Lebenssituationen zu öffnen.“ Sie unterstreicht diesen Aspekt mit einer persönlichen Erfahrung. „An unseren Touren nehmen auch viele Geflüchtete teil. Ein Ehepaar berichtete mir, dass es für sie nach Jahren das erste Mal war, außerhalb der Stadt in die Natur zu kommen. Sie hatten das Erlebte als eine tiefe Befriedigung empfunden, was ihnen wieder Kraft zum Weitermachen gegeben hat.“

A.L.M. – Gemeinsam Erlebtes verbindet

Dabei erinnert sich Birgit Winter an einen schwierigen Start des Projektes. „Wir haben das ursprünglich auf die Förderung von Geflüchteten ausgerichtete Projekt (mehr dazu siehe unten) 2019 erweitert, um auch Menschen mit Behinderung einzubinden. Gelebte Inklusion ist und war uns dabei ein Herzensanliegen. Die ersten Touren starteten wir 2021, zunächst nur in einem 1:1-Team, denn anders war es aufgrund der verhängten Corona-Beschränkungen nicht möglich. Die aufgebauten Corona-Hürden verzögerten das Ganze etwas, doch haben wir unser Ziel weiter verfolgt und bis heute über 1600 Teilnehmer auf den Touren begleitet.

Michael Ruoff, von der OBA der Lebenshilfe München erinnert sich an die erste Kontaktaufnahme. „Es war zunächst noch nicht ausgearbeitet, wie Menschen mit Behinderung möglichst barrierefrei zu erreichen sind. Dabei kam uns das eigene blaue Lebenshilfe-Programmheft der OBA zugute. Heute sind die A.L.M. -Touren ein fester Bestandteil davon.“

Für die Lebenshilfe München eine willkommene Ergänzung

Für Michael Ruoff zählen begleitete Wanderungen mit Menschen mit Behinderung seit über 20 Jahren zum Lebensalltag. „Über die OBA bieten wir ja selbst Wanderungen, Ausflüge und mehrtägige Urlaubsreisen bei hoher Nachfrage an. Die neuen A.L.M.-Angebote sind eine willkommene Ergänzung. Mit der Kooperation hin zu den Malteser-Hilfsdiensten und dem DAV-Alpenverein werden mehr Menschen eingebunden, so dass mehr Inklusion gelebt wird.“

A.L.M. – Der Natur so nahe und berührende Begegnungen

Ein Anliegen, das dem Pädagogen sehr am Herzen liegt. „Wir wählen schon immer bewusst den MVV als Transportmittel für unsere Ausflüge, obwohl ein Bus flexibler und einfacher wäre. Es ist uns aber wichtig, mit unseren kleinen Gruppen öffentlich sichtbar zu sein, als selbstverständlicher Teil der Gesellschaft. Leider sind wir mit 15 bis 20 Teilnehmer immer am Limit. Die Nachfrage ist größer.“ Auch Geschäftsführer und Vorstand der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann, freut sich über den Erfolg der Aktionen, weil „Inklusion dann gelebt ist, wenn man nicht mehr merkt dass sie gelingt!“

Für Birgit Winter ist der DAV-Alpenverein als Veranstalter der Touren unverzichtbar. Er trägt das Projekt organisatorisch mit. „Wir haben je nach Gruppengröße ein bis zwei A.L.M. -Tourenleiter und einen ausreichenden Betreuerschlüssel. Wir brauchen eine Struktur, auch für den ungewöhnlichen Fall, wenn mal ‚was passiert‘. Das ist bei Touren in der freien Natur nicht ausgeschlossen, und sei es nur ein verstauchter Knöchel. Generell sind die Angebote in leichte und mittlere Wanderungen mit kleinen Steigungen unterteilt.“

Auch sie erkennt eine große Nachfrage. Darum wollen der Malteser Hilfsdienst und der DAV-Alpenverein das Preisgeld vom Bezirk vor allem in die Schulung der Tourenleiter und von weiteren Betreuer*innen investieren.

Wie kam es zu dem Projekt: Hintergründe und Stimmen

Die Initiatoren Erik Waalkes (Malteser Hilfsdienst), Stefan Winter (Deutscher Alpenverein) sowie Birgit Winter (Projektleitung A.L.M.) über die inklusive Freizeitgestaltung.

Wie hat bei Alpen.Leben.Menschen alles angefangen?

Erik Waalkes: Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) organisierte Anfang 2016 einen Workshop in Berlin zum Thema Integration und Umweltbildung. Dazu lud sie Sozial- und Umweltverbände sowie Hilfsorganisationen ein. Hier nahmen jeweils eine Vertretung der Malteser und des Deutschen Alpenvereins teil. Glücklicherweise haben sich beide im Workshop austauschen können. Hieraus erwuchs in kürzester Zeit die Idee A.L.M. zu gründen, da sich die bestehenden Strukturen der Malteser und des DAV im Alpenraum sehr gut ergänzt haben. Zudem brachte jede Seite genau das ein, was die jeweils andere noch benötigte.

Seit wann veranstalten Sie inklusive Ausflüge und Unternehmungen?

Erik Waalkes: Die erste Projektphase von A.L.M. startete bereits 2016 mit den ersten Integrationstouren. 2019 fanden dann die ersten Inklusionstouren statt.

Malteser Hilfsdienst und der Deutsche Alpenverein – eine ungewöhnliche Kooperation?

Stefan Winter: Aber ja, zunächst mussten sich die beiden Verbände kennenlernen, denn sie kommen ja aus unterschiedlichen Bereichen, der Wohlfahrt und dem Sport, mit unterschiedlichen Ideen, Idealen und Handlungsfeldern. Die gemeinsame Überzeugung, Teilhabe von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft voranzubringen, hat uns dann zusammengeschweißt, und die konkrete Arbeit begann. Jeder brachte sein Wissen, Können und Engagement ein – bis heute! Eine ideale Symbiose von Sport und sozialem Handeln für ein inklusives Miteinander mit Aktivitäten in der Natur, am Berg und in der Kletterhalle, die allen gefallen.

Wie viele Menschen engagieren sich in dem Projekt?

Birgit Winter: Von 2019 bis März 2022 konnten wir trotz Corona über 1 000 Teilnehmende auf unseren Touren begrüßen, davon 149 Menschen mit Behinderungen. Heuer haben wir von April bis Oktober insgesamt 46 Aktionen angeboten, davon 13 inklusive Ausflüge. Wir erreichten damit 665 Teilnehmende, davon 92 mit Behinderungen. Wir versuchen Mitwirkenden, die oft mit dabei sind, auch Verantwortungsbereiche zu übergeben im Sinne der Teilhabe.

Was sind die Ziele des Projekts?

Birgit Winter: Unser Ziel ist es, viele unterschiedliche Menschen zusammenzubringen. A.L.M. lädt auch gezielt Menschen, die geflüchtet sind, zu den Ausflügen ein. Die Gruppen auf den Touren sind also immer bunt gemischt. In der Natur und beim gemeinsamen Wandern gibt es so viele Gelegenheiten, miteinander zu sprechen und sich kennen zu lernen. Es gibt Möglichkeiten einander zu helfen und Unsicherheiten im Umgang miteinander abzubauen. So entstehen ein Miteinander und ein Verständnis füreinander. Unsere Teilnehmenden sind Botschafter für Toleranz und Inklusion.

Welche Veranstaltungen bieten Sie an?

Birgit Winter: Unser Angebot reicht von Wandertouren und Ausflügen in Natur und Berge, über Bouldern und Klettern bis hin zu Esel- und Lama-Wanderung. Außerdem veranstaltet A.L.M. in Kooperation mit anderen Organisationen Social Days, an denen Menschen mit körperlicher Behinderung teilnehmen können und betreut werden. Ein Naturaktionstag fand auch statt, an dem Jugendliche mit Behinderungen Bäume pflanzen durften. Wir versuchen Aktivitäten mit unterschiedlichen Schwierigkeiten anzubieten, so dass für alle das Richtige dabei ist.

Was sind die Herausforderungen bei der Organisation der inklusiven Ausflüge?

Birgit Winter: Das Können und die Fähigkeiten von Menschen mit und ohne Behinderungen sind sehr unterschiedlich. Daher ist es herausfordernd, Touren zu planen, die allen Bedürfnissen weitgehend gerecht werden. Komplett barrierefreie Ausflüge sind sehr aufwändig. Zudem muss gewährleistet werden, dass Teilnehmende mit Behinderungen, wenn notwendig, auf den Ausflügen betreut werden und die Hin- und Rückfahrt zum Bahnhof organisiert wird.

Was bedeutet Inklusion für Sie?

Birgit Winter: Unter Inklusion verstehen wir das Einbinden von Menschen mit Behinderungen in reguläre Angebote. Inzwischen melden sich viele selbstständig für die A.L.M.-Touren an. Das ist ein Erfolg.

Wie werden Sie das Preisgeld verwenden?

Birgit Winter: Das Preisgeld gibt uns die Möglichkeit, den Bereich der Inklusion weiterzuentwickeln und auszubauen. So können wir auch daran arbeiten, einen größeren Ehrenamtspool aufzubauen für die Begleitung von Teilnehmenden bei einer Tour.

Einige Links zu dem Projekt:

Angebote und Anliegen des A.L.M-Projektes:
https://www.alpenlebenmenschen.de/

Filmbeitrag mit Interviews

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Weitere Auszeichnungen des Bezirks Oberbayern
zum Inklusionspreis 2022 finden Sie hier:

https://www.bezirk-oberbayern.de/Startseite/Inklusionspreis-2022

Resolution zum Fachkräftemangel

Landesversammlung der Lebenshilfe Bayern in Landshut

Die Lebenshilfe Bayern will auch weiterhin attraktive Arbeitsbedingungen in ihren Einrichtungen und Diensten der Eingliederungshilfe ermöglichen. Dafür müssen von Politik und Behörden gute Rahmenbedingungen geschaffen werden. Das fordert die Lebenshilfe Bayern in einer Resolution zum Fachkräftemangel auf ihrer Mitgliederversammlung vom 13. November 2022. Nur so könne ein gutes soziales Miteinander, Inklusion und Teilhabe aller verwirklicht werden, betonen die stellvertretenden Landesvorsitzenden Gerhard John und Hildegard Metzger jetzt auf der Mitgliederversammlung der Lebenshilfe Bayern in Landshut.

Resolution zum Fachkräfte-Mangel

In vielen Einrichtungen der Lebenshilfe in Bayern fehlt es bereits an Personal – wie im gesamten Sozial- und Gesundheitswesen. Dieser Fachkräfte- und Personalmangel wirke sich immer öfters auf Unterstützungsangebote für Menschen mit Behinderungen und deren Familien aus, erläutern die stellvertretenden Landesvorsitzenden. Deshalb müssten endlich zukunftsfähige Perspektiven entwickelt und nachhaltige Lösungen gefunden werden – für die Eltern und Angehörigen, für das Personal und die Einrichtungen und vor allem für die Menschen mit Behinderungen selbst, so John und Metzger weiter.

Die Lebenshilfe Bayern fordert in ihrer Resolution zum Fachkräftemangel neben guten wirtschaftlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen unter anderem eine gut bezahlte Ausbildung in angemessener Dauer, gezielte Anreize für freiwilliges Engagement insbesondere auch von jungen Menschen, attraktive und finanziell unterstützte Weiterbildung und Qualifizierung von Mitarbeitenden und Quereinsteigenden. Auch brauche es weniger Bürokratie für mehr Teilhabe. Ebenso dürfe der Fachkräftemangel nicht dazu führen, dass die fachlichen Standards abgesenkt werden.

Die Resolution
„Dem Fachkräftemangel begegnen – nachhaltige Lösungen JETZT finden und umsetzen“
wurde gemeinsam mit den Delegierten der Lebenshilfe Bayern erarbeitet
und auf der Mitgliederversammlung am 13. November verabschiedet.

Zusammenarbeit mit Bezirken

Um Menschen mit Behinderungen und ihre Familien bestmöglich zu unterstützen, arbeiten die Lebenshilfen in Bayern eng mit den Bezirken zusammen. Sie sind die Leistungsträger der Eingliederungshilfe. Wie diese Zusammenarbeit auch künftig im Interesse aller partnerschaftlich und vertrauensvoll gestaltet werden kann, darüber diskutierten die Delegierten auf der Jahrestagung engagiert mit dem Präsidenten des bayerischen Bezirketags und Bezirkstagspräsident von der Oberpfalz, Franz Löffler.

Auch bei der Lebenshilfe München stehen einige Veränderungen und große Projekte an.
Lesen Sie dazu mehr unter:

„Soziales Gewissen der CSU“: Barbara Stamm ist tot

21 Jahre war Sie Vorsitzendes der Lebenshilfe Bayern

Seit über 20 Jahren (seit 2001) war Landtagspräsidentin a. D. Barbara Stamm Vorsitzende der Lebenshilfe Bayern. Sie bekräftigte zum Jubiläum ’60 Jahre Lebenshilfe Bayern‘ (Link), dass sie „nie aufhören wird, ihre Stimme für Menschen mit Behinderungen und deren Familien zu erheben!“ Jetzt ist sie im Alter von 77 Jahren gestorben. Barbara Stamm war eine der erfolgreichsten und beliebtesten bayerischen Politikerinnen, sie galt als „soziales Gewissen“ der CSU.

Die Lebenshilfe München denkt mit Dankbarkeit und Respekt an ihr Lebenswerk. Der Bayerische Rundfunkt hat ihr einen Nachruf gewidmet. Den Link dazu finden Sie hier:

https://www.br.de/nachrichten/bayern/csu-politikerin-barbara-stamm-gestorben,TJ6O2Ti

Auch die Lebenshilfe Bayern würdigt das Lebenswerk von Barbara Stamm in einem eigenen Artikel. Hier der Link:

https://www.lebenshilfe-bayern.de/aktuelles/aktuelle-meldung/news/lebenshilfe-trauert-um-barbara-stamm/

Deutsche Bahn engagiert sich für die Lebenshilfe

Unter dem Slogan die ‚DB packt an‘ engagieren sich Mitarbeiter*innen der Deutschen Bahn bundesweit in sozialen Unternehmen. In München waren sie für die Lebenshilfe aktiv, die für ihre Fahrrad-Rikscha für den Winter einen Unterstellplatz braucht.

Peter Puhlmann (r.) und Harry Zipf (m.) mit den Mitarbeiterinnen der Deutschen Bahn nach erfolgreicher Arbeit im Garten der Lebenshilfe München.

Die Rikscha war ihren ersten Sommer im Einsatz, um Menschen mit Behinderung die Teilnahme an gemeinsamen Radausflügen zu ermöglichen. „Und dafür haben wir in München und vor allem auch im Umland viele Möglichkeiten und machen davon gerne Gebrauch,“ informiert Harry Zipf, Bereichsleiter der Offenen Dienste der Lebenshilfe München.

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MdL Claudia Köhler engagiert für die Lebenshilfe München

Z U R P E R S O N :

MdL Claudia Köhler engagiert sich für die Lebenshilfe München. Foto: Andreas Gregor

MdL Claudia Köhler ist erst seit 2014 politisch aktiv, zunächst als Gemeinderätin in Unterhaching (2014). 2018 wurde sie für die Partei Bündnis 90/Die Grünen in den Bayerischen Landtag (MdL) gewählt und seit 2020 ist sie auch im Kreistag des Landkreises München vertreten. Zuvor leitete sie als Diplom-Betriebswirtin den Bereich Marketing, Presse und Einkauf bei den Filmtheaterbetrieben Georg Reiss und war ab 1995 mit einer Agentur für Marketing, Presse, PR und Sonderveranstaltungen bis 2018 selbständig. Danach folgte ein Engagement als Pressereferentin für den Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen München und von 2013 bis 2018 übte Claudia Köhler eine nebenberufliche Tätigkeit bei der Evangelischen Kirchengemeinde Unterhaching und in der Verwaltung eines Unterhachinger Kindergartens aus. Claudia Köhler lebt in Unterhaching. Sie ist verheiratet und hat drei erwachsene Söhne. Wir haben uns mit ihr über ihr Engagement im sozialen und politischen Bereich unterhalten.

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Redaktion: Liest man ihren Lebenslauf fällt auf, dass Sie sich erst spät politisch engagierten. Basis ihrer fast 20-jährigen Selbständigkeit war ihr FH-Studium. Sie wirkten in der Evangelischen Kirchengemeinde und im Kindergarten von Unterhaching mit, sind verheiratet und Mutter dreier Söhne. Das ist eine ganze Menge und man hat den Eindruck, Sie stehen mitten im Leben, wissen von was Sie sprechen. Wie wichtig ist so viel Lebenserfahrung im politischen Alltag?

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MdB Florian Hahn und sein Engagement für die Lebenshilfe

Florian Hahn ist gebürtiger Münchner (1974) und begann sein politisches Engagement während seines Wehrdienstes 1996 als Gemeinderat. Seit 2009 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages und seit Februar 2022 erster internationaler Sekretär der CSU. Im Bundestag ist er verteidigungspolitscher Sprecher der CDU/CSU-Fraktion.
MdB Florian Hahn

MdB Florian Hahn ist Familienvater von zwei Kindern. Er engagiert sich über seine politischen Mandate hinaus seit Jahren ehrenamtlich im sozialen Bereich. Seit 2015 ist er Vorstand der Stiftung Lebenshilfe München. Die Redaktion hat bei MdB Florian Hahn wegen seines Engagements für die Lebenshilfe München nachgefragt:

FOTO: Florian Hahn ist gebürtiger Münchner (1974) und begann sein politisches Engagement während seines Wehrdienstes 1996 als Gemeinderat. Seit 2009 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages und seit Februar 2022 erster internationaler Sekretär der CSU. Im Bundestag ist er verteidigungspolitscher Sprecher der CDU/CSU-Fraktion.

Redaktion: „Sie kennen die Lebenshilfe München bereits gut aus ihrer Zeit als Gemeinderat von Putzbrunn und Kreisrat des Landkreises München. Vor sieben Jahren haben Sie sich für ein Engagement entschieden. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

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Mit der Gesellschaft ändern sich auch die Wohnformen

Lebenshilfe München wird mit angepassten Wohnkonzepten
den Bedarfen gerecht

(gsp) Einer der größten Veränderungen innerhalb der Lebenshilfe München wirkt sich im Bereich Wohnen aus, seit 2013 ein Herzensanliegen von Vorstand und Geschäftsführer Peter Puhlmann. Seit 2017 ist René Pfeifer für diesen Bereich verantwortlich und wurde 2021 ebenfalls zum Vorstand berufen. Gemeinsam haben Sie viel voran gebracht, die Angebote den Bedarfen angepasst und ebenso die politischen Forderungen erfüllt, wie aktuell im Bundesteilhabegesetz (BTHB) verankert. Das Wohnen wird immer mehr als zentraler Teil des Lebens verstanden. Die Angebote der Lebenshilfe München sind heute darum besonders vielfältig. Peter Puhlmann erklärt die einzelnen Bereiche: Weiterlesen

Wohnen: Angehörigenbeirat neu gewählt

Vor 60 Jahren machten sich Eltern auf, ihren Kindern mit Behinderungen eine bessere Zukunft und ein besseres Leben zu ermöglichen. Eltern organisierten sich selbst und setzten sich engagiert für die Interessen und Rechte ihrer Kinder ein. Noch immer spielt die Zusammenarbeit mit den Angehörigen eine wesentliche Rolle für den Verein ‚Lebenshilfe München e.V. Stadt und Landkreis‘.
Für den Bereich Wohnen existiert seit dem Jahr 2008 ein Angehörigenbeirat, dieser wurde Ende April neu gewählt. Eine Neuwahl war durch die neue Satzung des Vereins nötig geworden. Der neu gewählte Angehörigenbeirat traf sich nun zu seiner konstituierenden Sitzung. Im Rahmen dieser wurde Heinz Dennhoven zum Vorsitzenden und Peter Fiedler zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Ebenso engagieren sich Helgart Richter, Claudia Weinel und Dr. Joerg Rothermel für die Anliegen der Bewohner*innen.

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Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglichen

– Neue Webseite informiert über Barrierefreiheit –

Die Inklusion von Menschen mit Behinderung, ihre Teilhabe am gesellschaftlichen und öffentlichen Leben, ist ein Prozess über viele Jahre hinweg. In München etwa beschloss die Stadt vor zehn Jahren, in enger Zusammenarbeit mit Betroffenen, Organisationen und Vereinen, ein ganzes Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Rahmenbedingungen, weitete es 2019 aus und will bis zum Jahr 2025 einen nächsten Aktionsplan für Menschen mit Behinderung erarbeiten. Die Stadt München hat sich dafür den Slogen „München wir inklusiv“ ins Stammbuch geschrieben. Es ist ein Prozess über Jahrzehnte hinweg und aktuell arbeitet die Landeshauptstadt an 30 Projekten, 50 wurden bereits erfolgreich umgesetzt.

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Altenpflege und Menschen mit Behinderung

Altenpflege ist die Betreuung und Pflege von alten Menschen, die in der Hauskrankenplfege und in der Ambulanten Pflege ein stetig weiter wachsende Berufsumfeld findet. Es ist das Ziel der Pflege, die geistigen, körperlichen und sozialen Fähigkeiten im Alter weitgehend zu erhalten und bei jüngeren Menschen diese auszubauen und zu fördern.

Das Leitungsteam der Lebenshilfe München und die vor der Abschlussprüfung stehenden Fachkräfte der Altenpflege zum Besuch in der Wohneinrichtung am Willinger Weg.
Das Leitungsteam der Lebenshilfe München und die vor der Abschlussprüfung stehenden Fachkräfte der Altenpflege zum Besuch in der Wohneinrichtung am Willinger Weg.

Die Überschneidung der Ausbildungsinhalte im Bereich der Alten- und Krankenpflege hat vor zwei Jahren zur Zusammenlegung der Berufsbilder zur Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann geführt. Auch im Bereich der Betreuung von Menschen mit Behinderung sind vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Bewohnerschaft die Ausbildungsinhalte der Altenpflege wichtige fachliche Ergänzungen in unseren interdisziplinären Teams.

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Geschwistertage bei den Alpakas

Die beiden ersten Geschwistertage dieses Jahr, führten das Geschwisterprojekt gleich beide an den Ammersee zu einer gemeinsamen Alpakawanderung.

Gegenseitiges Vertrauen schaffen.
Gegenseitiges Vertrauen schaffen.

Als friedliche Haus- und Begleittiere, werden diese ursprünglich aus den südamerikanischen Anden stammenden, domestizierten Kamele, häufig bei tiergestützten Therapien eingesetzt. Der Umgang mit Alpakas „unterstützt bei der Überwindung von Ängsten, hilft Verantwortung aufzubauen, ermutigt die Kontaktaufnahme und stärkt das Selbstwertgefühl,“ sind sich Therapeuten einig.

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Ambulante Pflege ist sehr gefragt es fehlen aber Fachkräfte

Christine-Wiesenthal-Moser

Die Nachfrage nach ambulanter Pflege ist durch die Corona-Pandemie gestiegen, bemerkt Christine Wiesenthal-Moser, Leiterin des ‚Ambulanten Pflegedienstes‘ der Lebenshilfe München. Sie war lange vor der Pandemie bereits Leiterin einer Wohneinrichtung des Elternvereins und führte bis 2019 den Ambulanten Pflegedienst (APD). Nach zweimaliger Babypause, ihre Kinder sind heute zwei und fünf Jahre alt, kehrte sie im Herbst 2021 erneut in ihren Beruf als Leiterin des APD der Lebenshilfe zurück. Sie hat also einen direkten Vergleich der Situation vor und während der Pandemie „und sie ist nicht besser geworden“, bedauert sie. Der Mangel an Fachkräften habe zugenommen und die Nachfrage sei weiter gestiegen. Ohne Probleme könnten bei der Lebenshilfe München innerhalb eines halben Jahres vier Pflegekräfte beschäftigt werden, doch trotz intensiver Bemühungen auf dem Arbeitsmarkt bleiben selbst Bewerbungen aus.

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Die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen fördern

Sonderpädagogin Sabine Janowitz gibt Einblick in den Schulalltag
Die Medienpädagogik als neue Möglichkeit begreifen lernen

Die „Silvia-Görres-Schule“ der Lebenshilfe im Norden von München an der Neuherbergstraße macht in ihrem Zusatz bereits deutlich, was ihr Anliegen ist. Sie ist ein „privates Förderzentrum mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“. Die Entwicklung der Kinder wird bereits früh in der SVE (Schulvorbereitende Einrichtung) voran gebracht. „In der Vorbereitung auf die Schule lernen die Kinder ganz einfache Dinge wie etwa für eine gewisse Zeit ‚ruhig im Kreis zu sitzen‘, sich dabei zu konzentrieren, über den Tag, das Wetter oder sich auch über den Tagesablauf auszutauschen“, informiert die Schulleiterin Sabine Janowitz.

Sabine Janowitz

Mit auf dem Plan der Vorschule stehen ebenso Naturerfahrungen, wobei die nahe Panzerwiese und der schuleigene Spielplatz gute Voraussetzungen bieten. „Es kann auch noch einen Schritt weiter gehen, etwa mit einem Schulgarten und der Anpflanzung von Kräutern, Tees sowie Gemüse. Die Kinder sollen verstehen, dass etwa eine Tomate nicht in der Dose wächst oder heranreift.“

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Ein Online-Treffen der Geschwisterkinder

Das Geschwisterprojekt der Lebenshilfe München und BiB e.V. beendete das Jahr 2021 aufgrund der aktuellen Situation dieses Mal wieder mit einem Online-Geschwistertreffen. Mit dabei waren dreizehn Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren. Im Fokus des Treffens stand vor allem, andere Geschwisterkinder zu treffen, der Austausch untereinander, viel Spaß zu haben, sowie das interaktive Deduktionsspiel Werwolf. Es ist bereits von früheren Präsenz-Treffen her bekannt und bewährt. 2021 war es auch bei vielen Online-Treffen erfolgreich mit dabei.

Die Online-Geschwistertreffen finden auch für die jüngeren Kinder von 7-12 Jahren statt und ermöglichen es, sich ohne Präsenz zu treffen, eben online. Damit hilft die Lebenshilfe München Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu bleiben, Austausch und Unterstützung zu ermöglichen. Trotzdem hoffen alle gemeinsam, dass man sich bald wieder live austauschen kann und die ein oder andere Runde Werwolf miteinander spielen zu können.