Inklusionspreis 2022 und das Engagement der Lebenshilfe München

– Alpen.Leben.Menschen: eine Kooperation
vom Malteser Hilfsdienst und dem Alpenverein –

Alle zwei Jahre vergibt der Bezirk Oberbayern einen Inklusionspreis. Für das Jahr 2022 bewarben sich 48 Organisationen mit besonderen Projekten und jetzt wurden die Sieger gekürt. Den ersten Platz, und damit das Preisgeld von 5.000 Euro, gewannen der Malteser Hilfsdienst und der Alpenverein DAV. Der Bezirk Oberbayern möchte mit der Aktion ein Zeichen setzen, das einerseits die Heimat würdigt, anderseits aber ebenso eine lebendige Vielfalt. Das gelang mit dem Gemeinschafts-Projekt A.L.M (Alpen.Leben.Menschen) des Malteser Hilfsdienstes und des Alpenvereins in besonderer Weise.

Foto: Bezirkstagspräsident Josef Mederer (Bildmitte) beim Gruppenfoto mit den Preisträgern des Inklusionspreises 2022. Die ersten drei Preise gingen an: Malteser Hilfsdienst und DAV-Alpenverein, an die Musikschule Ismaning e. V. für ihr Projekt eines inklusiven Musikunterrichts mit Instrumenten. Den dritten Preis gewann der Verein „Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen“, zur Förderung der gemeinsamen Erziehung behinderter und nichtbehinderter Kinder e. V., Geretsried für das Projekt „Theater für Alle“. Foto: Peter Bechmann © Bezirk Oberbayern.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer bekräftigt bei der Preisverleihung: „Inklusion macht unsere Gesellschaft stark und bereichert das Leben aller Menschen. Gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen findet in Familien, Vereinen, in Stadt und Land statt. Das heimatliche Leben ist geprägt vom vorurteilsfreien und wertschätzenden Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen. Das hat die Ausschreibung unseres Inklusionspreises erneut gezeigt. Bei 48 spannenden Bewerbungen ist unserer Jury die Wahl nicht leicht gefallen.“

A.L.M. – Wandern berührt die Sinne. Fotos: Birgit Winter

Dabei verdeutlicht das Projekt A.L.M. den Wert und die Möglichkeit für ein wertschätzendes Miteinander aller Menschen in den Bereichen Kultur, Umwelt, Natur und Mobilität bei gleichzeitig gelebter Inklusion. Dafür sicherte sich der Malteser Hilfsdienst die Unterstützung der Lebenshilfe München als Projektpartner. Die Organisationen, DAV-Alpenverein, Malteser Hilfsdienst und die Lebenshilfe München bieten gemeinsame Ausflüge und Wandertouren für Menschen mit und ohne Behinderungen an.

Um was geht es beim Projekt Alpen.Leben.Menschen? ALM steht für ein Naturerlebnis in den Bergen, für Gemeinschaft und Kommunikation in einem geschützten Raum. Gut organisierte und begleitete Wandertouren im Einzugsgebiet von München sollen genau das ermöglichen. Einen guten Einblick zu dem Projekt zeigt ein Kurzfilm, der eine Gruppe bei ihrer Fahrt über den Staffelsee und von der Anlegestelle Murnau-Achele bei ihrem Drachenstich-Rundweg begleitete (Link zum Film siehe unten). Zu Wort kommen dabei Teilnehmer, Begleiter, Tourenführer und Initiatoren wie: Angela Hofmann, Tobias Frimmer, Karin Artmann, Marzeya Said, Larissa Mackert, Osama Falyouna und Birgit Winter, die A.L.M. – Projektverantwortliche. Sie erläutert das Anliegen:

Inklusion und Integration: Menschen fördern und zusammenbringen

„Wir bringen verschiedenste Menschen zusammen, geben ihnen die Möglichkeit die Heimat und das Umfeld kennen zu lernen und sich in der Natur zu bewegen. Ebenso trägt es dazu bei, sich für andere Kulturen und Lebenssituationen zu öffnen.“ Sie unterstreicht diesen Aspekt mit einer persönlichen Erfahrung. „An unseren Touren nehmen auch viele Geflüchtete teil. Ein Ehepaar berichtete mir, dass es für sie nach Jahren das erste Mal war, außerhalb der Stadt in die Natur zu kommen. Sie hatten das Erlebte als eine tiefe Befriedigung empfunden, was ihnen wieder Kraft zum Weitermachen gegeben hat.“

A.L.M. – Gemeinsam Erlebtes verbindet

Dabei erinnert sich Birgit Winter an einen schwierigen Start des Projektes. „Wir haben das ursprünglich auf die Förderung von Geflüchteten ausgerichtete Projekt (mehr dazu siehe unten) 2019 erweitert, um auch Menschen mit Behinderung einzubinden. Gelebte Inklusion ist und war uns dabei ein Herzensanliegen. Die ersten Touren starteten wir 2021, zunächst nur in einem 1:1-Team, denn anders war es aufgrund der verhängten Corona-Beschränkungen nicht möglich. Die aufgebauten Corona-Hürden verzögerten das Ganze etwas, doch haben wir unser Ziel weiter verfolgt und bis heute über 1600 Teilnehmer auf den Touren begleitet.

Michael Ruoff, von der OBA der Lebenshilfe München erinnert sich an die erste Kontaktaufnahme. „Es war zunächst noch nicht ausgearbeitet, wie Menschen mit Behinderung möglichst barrierefrei zu erreichen sind. Dabei kam uns das eigene blaue Lebenshilfe-Programmheft der OBA zugute. Heute sind die A.L.M. -Touren ein fester Bestandteil davon.“

Für die Lebenshilfe München eine willkommene Ergänzung

Für Michael Ruoff zählen begleitete Wanderungen mit Menschen mit Behinderung seit über 20 Jahren zum Lebensalltag. „Über die OBA bieten wir ja selbst Wanderungen, Ausflüge und mehrtägige Urlaubsreisen bei hoher Nachfrage an. Die neuen A.L.M.-Angebote sind eine willkommene Ergänzung. Mit der Kooperation hin zu den Malteser-Hilfsdiensten und dem DAV-Alpenverein werden mehr Menschen eingebunden, so dass mehr Inklusion gelebt wird.“

A.L.M. – Der Natur so nahe und berührende Begegnungen

Ein Anliegen, das dem Pädagogen sehr am Herzen liegt. „Wir wählen schon immer bewusst den MVV als Transportmittel für unsere Ausflüge, obwohl ein Bus flexibler und einfacher wäre. Es ist uns aber wichtig, mit unseren kleinen Gruppen öffentlich sichtbar zu sein, als selbstverständlicher Teil der Gesellschaft. Leider sind wir mit 15 bis 20 Teilnehmer immer am Limit. Die Nachfrage ist größer.“ Auch Geschäftsführer und Vorstand der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann, freut sich über den Erfolg der Aktionen, weil „Inklusion dann gelebt ist, wenn man nicht mehr merkt dass sie gelingt!“

Für Birgit Winter ist der DAV-Alpenverein als Veranstalter der Touren unverzichtbar. Er trägt das Projekt organisatorisch mit. „Wir haben je nach Gruppengröße ein bis zwei A.L.M. -Tourenleiter und einen ausreichenden Betreuerschlüssel. Wir brauchen eine Struktur, auch für den ungewöhnlichen Fall, wenn mal ‚was passiert‘. Das ist bei Touren in der freien Natur nicht ausgeschlossen, und sei es nur ein verstauchter Knöchel. Generell sind die Angebote in leichte und mittlere Wanderungen mit kleinen Steigungen unterteilt.“

Auch sie erkennt eine große Nachfrage. Darum wollen der Malteser Hilfsdienst und der DAV-Alpenverein das Preisgeld vom Bezirk vor allem in die Schulung der Tourenleiter und von weiteren Betreuer*innen investieren.

Wie kam es zu dem Projekt: Hintergründe und Stimmen

Die Initiatoren Erik Waalkes (Malteser Hilfsdienst), Stefan Winter (Deutscher Alpenverein) sowie Birgit Winter (Projektleitung A.L.M.) über die inklusive Freizeitgestaltung.

Wie hat bei Alpen.Leben.Menschen alles angefangen?

Erik Waalkes: Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) organisierte Anfang 2016 einen Workshop in Berlin zum Thema Integration und Umweltbildung. Dazu lud sie Sozial- und Umweltverbände sowie Hilfsorganisationen ein. Hier nahmen jeweils eine Vertretung der Malteser und des Deutschen Alpenvereins teil. Glücklicherweise haben sich beide im Workshop austauschen können. Hieraus erwuchs in kürzester Zeit die Idee A.L.M. zu gründen, da sich die bestehenden Strukturen der Malteser und des DAV im Alpenraum sehr gut ergänzt haben. Zudem brachte jede Seite genau das ein, was die jeweils andere noch benötigte.

Seit wann veranstalten Sie inklusive Ausflüge und Unternehmungen?

Erik Waalkes: Die erste Projektphase von A.L.M. startete bereits 2016 mit den ersten Integrationstouren. 2019 fanden dann die ersten Inklusionstouren statt.

Malteser Hilfsdienst und der Deutsche Alpenverein – eine ungewöhnliche Kooperation?

Stefan Winter: Aber ja, zunächst mussten sich die beiden Verbände kennenlernen, denn sie kommen ja aus unterschiedlichen Bereichen, der Wohlfahrt und dem Sport, mit unterschiedlichen Ideen, Idealen und Handlungsfeldern. Die gemeinsame Überzeugung, Teilhabe von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft voranzubringen, hat uns dann zusammengeschweißt, und die konkrete Arbeit begann. Jeder brachte sein Wissen, Können und Engagement ein – bis heute! Eine ideale Symbiose von Sport und sozialem Handeln für ein inklusives Miteinander mit Aktivitäten in der Natur, am Berg und in der Kletterhalle, die allen gefallen.

Wie viele Menschen engagieren sich in dem Projekt?

Birgit Winter: Von 2019 bis März 2022 konnten wir trotz Corona über 1 000 Teilnehmende auf unseren Touren begrüßen, davon 149 Menschen mit Behinderungen. Heuer haben wir von April bis Oktober insgesamt 46 Aktionen angeboten, davon 13 inklusive Ausflüge. Wir erreichten damit 665 Teilnehmende, davon 92 mit Behinderungen. Wir versuchen Mitwirkenden, die oft mit dabei sind, auch Verantwortungsbereiche zu übergeben im Sinne der Teilhabe.

Was sind die Ziele des Projekts?

Birgit Winter: Unser Ziel ist es, viele unterschiedliche Menschen zusammenzubringen. A.L.M. lädt auch gezielt Menschen, die geflüchtet sind, zu den Ausflügen ein. Die Gruppen auf den Touren sind also immer bunt gemischt. In der Natur und beim gemeinsamen Wandern gibt es so viele Gelegenheiten, miteinander zu sprechen und sich kennen zu lernen. Es gibt Möglichkeiten einander zu helfen und Unsicherheiten im Umgang miteinander abzubauen. So entstehen ein Miteinander und ein Verständnis füreinander. Unsere Teilnehmenden sind Botschafter für Toleranz und Inklusion.

Welche Veranstaltungen bieten Sie an?

Birgit Winter: Unser Angebot reicht von Wandertouren und Ausflügen in Natur und Berge, über Bouldern und Klettern bis hin zu Esel- und Lama-Wanderung. Außerdem veranstaltet A.L.M. in Kooperation mit anderen Organisationen Social Days, an denen Menschen mit körperlicher Behinderung teilnehmen können und betreut werden. Ein Naturaktionstag fand auch statt, an dem Jugendliche mit Behinderungen Bäume pflanzen durften. Wir versuchen Aktivitäten mit unterschiedlichen Schwierigkeiten anzubieten, so dass für alle das Richtige dabei ist.

Was sind die Herausforderungen bei der Organisation der inklusiven Ausflüge?

Birgit Winter: Das Können und die Fähigkeiten von Menschen mit und ohne Behinderungen sind sehr unterschiedlich. Daher ist es herausfordernd, Touren zu planen, die allen Bedürfnissen weitgehend gerecht werden. Komplett barrierefreie Ausflüge sind sehr aufwändig. Zudem muss gewährleistet werden, dass Teilnehmende mit Behinderungen, wenn notwendig, auf den Ausflügen betreut werden und die Hin- und Rückfahrt zum Bahnhof organisiert wird.

Was bedeutet Inklusion für Sie?

Birgit Winter: Unter Inklusion verstehen wir das Einbinden von Menschen mit Behinderungen in reguläre Angebote. Inzwischen melden sich viele selbstständig für die A.L.M.-Touren an. Das ist ein Erfolg.

Wie werden Sie das Preisgeld verwenden?

Birgit Winter: Das Preisgeld gibt uns die Möglichkeit, den Bereich der Inklusion weiterzuentwickeln und auszubauen. So können wir auch daran arbeiten, einen größeren Ehrenamtspool aufzubauen für die Begleitung von Teilnehmenden bei einer Tour.

Einige Links zu dem Projekt:

Angebote und Anliegen des A.L.M-Projektes:
https://www.alpenlebenmenschen.de/

Filmbeitrag mit Interviews

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Weitere Auszeichnungen des Bezirks Oberbayern
zum Inklusionspreis 2022 finden Sie hier:

https://www.bezirk-oberbayern.de/Startseite/Inklusionspreis-2022

Bürgermeisterin Verena Dietl: „Wir dürfen die Menschen nicht alleine lassen“

Bürgermeisterin Verena Dietl zu Besuch bei der Lebenshilfe München.
Bürgermeisterin Verena Dietl zu Besuch bei der Lebenshilfe München.

Z U R P E R S O N :

Verena Dietl ist für die SPD seit 20 Jahren in der Münchner Kommunalpolitik engagiert und seit 2008 Stadträtin. Die studierte Sozialpädagogin engagiert sich in vielen Ausschüssen des Stadtrates und stellte wichtige Weichen im sozialen Bereich, in der Kinder- und Jugendhilfe-, im Bildungsbereich und im Finanzausschuss. Sie war sportpolitische Sprecherin ihrer Fraktion, 2019 bis 2020 Fraktionsvorsitzende der SPD im Münchner Rathaus und ist seit 2020 Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München. Seit einem Jahr ist sie für die Lebenshilfe München im Kuratorium und arbeitet seit vielen Jahren eng mit den Sozialverbänden zusammen. Als Aufsichtsratsvorsitzende der Wohnungsbaugesellschaften GWG und Gewofag ist sie in einer Schlüsselposition für dringend benötigten und bezahlbaren Wohnraum in München.

Redaktion: 20 Jahre Kommunalpolitik. Das macht etwas mit einem, mit Ihnen? Werden die Probleme größer?

Verena Dietl: Die Kommunalpolitik ist sehr nah an den Menschen. Entscheidungen haben unmittelbare Auswirkungen auf die Bürger*innen, das hat mich schon immer fasziniert. In diesen herausfordernden Zeiten ist es mir besonders wichtig, im Kontakt mit den Münchner*innen, der lokalen Wirtschaft sowie diversen sozialen und kulturellen Einrichtungen zu stehen.

Redaktion: München ist nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern auch ein gesellschaftlicher Brennpunkt. Haben Sie speziell als Sozialpädagogin eine besondere Sicht/Perspektive darauf?

Verena Dietl: Als Bürgermeisterin und Sozialpädagogin befasse ich mich mit der Prävention, Bewältigung und Lösung sozialer Probleme. In München geht die Schere zwischen Arm und Reich auseinander, trotzdem ist München die Stadt, die auch am meisten für den Sozialbereich tut. Gut zwei Drittel unserer Ausgaben stecken wir in den Sozial- und Bildungsbereich. Wir müssen jene Menschen, denen es schlechter geht, unterstützen, wir dürfen sie nicht alleine lassen. Niemand darf in München verloren gehen.

Redaktion: Die Dinge stehen miteinander in Verbindung, der ÖPNV mit dem Individualverkehr, der wirtschaftliche und soziale Bereich mit dem Arbeitsmarkt, das städtische Wachstum mit hohen Mietpreisen, unter die München ja seit Jahrzehnten leidet, etwa bei Studenten.

Verena Dietl: Eine der wichtigsten Aufgaben in München ist die Versorgung der Bevölkerung mit bezahlbarem Wohnraum. München wird weiter wachsen und somit auch die Nachfrage nach Wohnungen. Mit dem größten kommunalen Wohnungsbauförderprogramm in Deutschland setzen wir uns mit aller Kraft für bezahlbares Wohnen ein.

Die Vorsitzende des Aufsichtsrates der Lebenshilfe München, Andrea Siemen, und Bürgermeisterin Verena Dietl bei der Einweihung des neuen Wandbildes Permanus. Fotos: Gerd Spranger

Redaktion: Sie haben jüngst in einem Interview ausgeführt, dass die Stadtverwaltung und Sie als Bürgermeisterin eine Einsparung im Sozialbereich nicht zulassen werden. Das ist ein weites Feld, es betrifft die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund ebenso wie Menschen mit niedrigem Einkommen, Familien und Kinder, Alleinerziehende, alte und schwache Menschen bis hin zu Menschen mit Behinderung.

Verena Dietl: Das ist richtig! Die rasant ansteigende Inflation trifft bedürftige Menschen am härtesten. Wir dürfen sie in dieser Krise nicht vergessen. Alle Münchner*innen sollen die gleichberechtigte Chance haben, die Stadtgesellschaft mitzugestalten. Die Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben und an kommunalpolitischen Entscheidungen muss gewährleistet sein. Im Sozialbereich dürfen und werden wir nicht sparen.

Redaktion: Die Lebenshilfe München hat sich in 60 Jahren von der Initiative einiger Eltern, also vom Elternverein hin zu einem gemeinnützigen Wirtschaftsunternehmen entwickelt. Das wird etwa durch die vor rund zehn Jahren erfolgte Gründung zweiter GmbH’s deutlich. Ebenso bei der seit Jahren angestrebten Erweiterung der Wohneinrichtung in Putzbrunn, ein zweistelliges Millionenprojekt. Man könnte es auch auf den Nenner bringen: Soziale Arbeit braucht Professionalisierung und wirtschaftliche Stärke.

Verena Dietl: Soziale Arbeit fördert die gesellschaftliche und soziale Entwicklung von Menschen und deren Selbstbestimmung. Dabei kann es nicht um Gewinnmaximierung gehen. Vielmehr ist es eine Herausforderung, soziale Arbeit mit ökonomischen Anforderungen in Einklang zu bringen.

Interview: Gerd Spranger

In der Schule für das Leben lernen

Die Silvia-Görres-Schule ist mit knapp 40 Schüler*innen wohl die kleinste Schule in München. Sie ist ein privates Förderzentrum der Lebenshilfe München mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung. Mit dem neuen Schuljahr starteten gleich acht Schüler*innen in einem für sie ganz neuen Lebensabschnitt. Für Sonderpädagogin Sabine Janowitz, die seit 2021 die Schule leitet, ist es ein guter Start. „Damit haben wir für die erste Jahrgangsstufe eine gute Gruppenstärke, und zum ersten Mal schulten wir eine gesamte erste Klasse im Rahmen unseres neuen Konzeptes ein.“

Wir sind bereit: der Unterricht kann beginnen in der Silvia-Görres-Schule

Sie nimmt damit auf den Sondercharakter der Silvia-Görres-Schule Bezug, denn es wird bislang in Gruppen von der ersten bis zur vierten Klasse (Grundschulstufe), von der fünften bis zur neunten Klasse (Hauptschulstufe) und in der Berufsschulstufe unterrichtet. An der Silvia-Görres-Schule lernen die Kinder und Jugendlichen in erster Linie für das praktische Leben.

„Wir fördern zunächst die Wahrnehmung allgemein und die Selbstwahrnehmung besonders. Die Kinder lernen zu spielen und ihr Sozialverhalten zu stärken,“ erläutert die Sonderpädagogin. Nach dem neuen Konzept der Silvia-Görres-Schule stehen jetzt ab der ersten Klasse Lesen, Schreiben und Rechnen auf dem Unterrichtsplan. Sabine Janowitz: „Sie kennen bereits den Buchstaben Mm und können diesen schreiben, erkennen, lesen und durch hören herausfinden. Außerdem haben Sie schon jetzt die Zahlen bis 6 kennen gelernt und erfassen diese Zahlenmenge durch vielfältige Aufgaben, wie die Menge zu klatschen, sie mit dem Würfel zu würfeln, Punkte zu malen und anderen einfachen Übungen.“ Ebenso ist jetzt der Heimat- und Sachunterricht ein Unterrichtsfach. „Hier lernten die Kinder schon etwas über sichere Kleidung in der dunklen Jahreszeit. Natürlich ist das Thema Halloween aktuell ganz spannend“, so die Schulleiterin.

Manege frei: Raubkatzen, Dompteur und Zirkusdirektorin in der Silvia-Görres-Schule

Für die Kinder, Lehrer und Eltern gestaltete sich die Einschulung als ein besonderes Fest, eine richtige Feier, mit allem was dazugehört: Schultüte, Spaß, aufgeregte aber strahlende Kinder und stolze Eltern. Der neu beginnende Lebensabschnitt will schließlich gebührend gefeiert werden. die Kinder konnten zeigen, was sie schon können. Zum Beispiel sich melden, zählen, oder sogar den eigenen Namen schreiben. Während die „Erstis“ danach zum ersten Mal in ihre neue Klasse gingen, um einander zu beschnuppern und ihre allererste Schulstunde zu erleben, hatten auch die Eltern die Möglichkeit, einander besser Kennenzulernen und Zeit für Gespräche mit den Fachkräften.

Viele Schüler*innen erinnerten sich noch lebhaft an die einige Wochen zuvor dargebotene Präsentation zum Schulabschluss. Kinder der lila Gruppe hatten eine Zirkusaufführung einstudiert, welche sie den anderen Kindern und ihren stolzen Eltern darboten. Die Manege für wilde Tiere, tapfere Akrobaten und verspielte Clowns war eröffnet! Es war ein schöner gemeinsamer Ausklang des Schuljahres.

Auch im September 2021 haben wir die Schule besucht.
Lesen Sie mehr:
https://lebenshilfeblog.de/2021/09/28/neue-leitung-fur-die-hpt-und-die-silvia-goerres-schule-der-lebenshilfe-muenchen/

OBA beim FCB: Die Inklusion geht klar in Führung!

Der erste Ball·kontakt war ein voller Erfolg

Die OBA der Lebenshilfe München beim ‚Probetraining‘ mit der U-16-Mannschaft des FCB

Ball·kontakt – so heißt das Kooperationsprojekt der OBA der Lebenshilfe München mit der U-16 Mannschaft des FC Bayern München. Die Idee ist, dass die jungen Fußballer die Lebenswelt der Menschen mit Behinderung kennenlernen und umgekehrt. Am Freitag stand das erste Treffen auf dem Programm: ein gemeinsames Training auf dem FC Bayern Campus. Die Vorfreude bei den Teilnehmer*innen war riesig. Der Pädagoge aus dem Internat des FC Bayern, Maximilian Lang, begrüßte die Gruppe der Lebenshilfe und führte uns über den Campus.

Das Projekt Ball·kontakt soll junge Menschen zusammenbringen und Kompetenz vermitteln

Nach einem kurzen Kennenlernen ging es los mit Laufspielen und Passtraining. Schnell und unkompliziert kamen die jungen Fußballer in Kontakt mit den Gästen aus der OBA. Am meisten Spaß hatten alle beim abschließenden Elfmeterschießen.

Wir, die OBA der Lebenshilfe München, bedanken uns bei den Jungs aus der U-16 und dem Trainerteam für den tollen Nachmittag. Wir freuen uns schon auf den Gegenbesuch!

Monika Barbato

Menschen mit Behinderung, ihr erster Ball·kontakt und etwas Training für das Ballgefühl beim FC Bayern München.

Spenden und Ehrenamt bei der Lebenshilfe

Fast jeder dritte Bürger in Deutschland engagiert sich ehrenamtlich. Die Bereitschaft zur Hilfe ist also groß und die Möglichkeiten dafür vielfältig. Auch bei der Lebenshilfe München engagieren sich viele Menschen ehrenamtlich (Bericht folgt).

Eva Wiener koordiniert bei der Lebenshilfe München die Spenden.

Mit ihrer Unterstützung sorgt die Lebenshilfe München ein ganzes Leben lang für Menschen mit geistiger Behinderung, mit ambulanten Betreuungsformen, Offenen Hilfen, im gemeinschaftlichen Wohnen und vielem mehr. Durch die ehrenamtliche Übernahme von wichtigen Aufgaben und Verantwortlichkeiten, besteht für Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, zu mehr Selbstbewusstsein und Selbständigkeit zu gelangen und so ganz selbstverständlich am Leben in der Gesellschaft teilzunehmen. In 25 Einrichtungen betreut die Lebenshilfe in Stadt und Landkreis München täglich über 700 Kinder und Jugendliche, sowie 900 erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung und deren Angehörige.

Foto: Eva Wiener koordiniert bei der Lebenshilfe München die Spenden.

Spenden für die Lebenshilfe ermöglichen mehr Hilfe

Vielen Menschen ist aus privaten und beruflichen Gründen kein ehrenamtliches Engagement möglich und sie unterstützen mit Spenden die Arbeit der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung. Die Redaktion hat sich mit Eva Wiener unterhalten, die den Mitglieder- und Spendenservice betreut. Es geht vor allem darum, zusätzliche Leistungen und Dienste anzubieten, die von keinem Träger abgedeckt sind. Das reicht von der Tischtennisplatte bis hin zur Ausgestaltung von neuen Wohneinrichtungen.
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Redaktion: Wie lange sind Sie bereits bei der Lebenshilfe München und was hat Sie motiviert, motiviert sie immer noch?

Eva Wiener: Ich habe im August 2021 bei der Lebenshilfe angefangen und war davor ebenfalls im gemeinnützigen Bereich tätig. Die Projekte der Lebenshilfe, vor allem die Vielfalt der Angebote auf dem Gebiet Menschen mit geistiger Behinderung haben mich interessiert. Mich dafür einzusetzen, andere Menschen zum Helfen zu motivieren – sei es mit Geld- Sach- oder Zeitspenden – macht mir Freude.
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Redaktion: Häufig sind es „Kleinigkeiten“, die unseren Alltag angenehmer und lebenswerter machen. Das ist auch bei Menschen mit Behinderung so. Gibt es hier Beispiele für Spenden?

Eva Wiener: „Kleinigkeiten“ ist ein passender Begriff, denn es helfen uns vor allem auch die „kleinen“ Spendenbeträge. Wenn jeder ein bisschen gibt, schaffen wir es am Ende gemeinsam, wichtige Projekte durchzusetzen – beispielsweise unser großes Bauvorhaben in Putzbrunn.

Aber wir haben auch kleine Spenden, wie beispielsweise ein buntes Wandkrokodil in unserer Frühförderstelle Sendling/Westpark. Dieses Spielzeug macht den Kindern eine riesen Freude und der Spender ist glücklich, weil er helfen konnte. Eine „win-win Situation“ für beide Seiten!
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Redaktion: Werden die Anliegen der betreuten Menschen irgendwie erfasst, etwa auf einer Liste für besondere (Spenden-) Wünsche?

Eva Wiener: Meistens treten die EinrichtungsleiterInnen an mich heran und lassen mich wissen, was sie dringend brauchen – ein neues Sofa, neue Gartenmöbel oder auch Küchenausstattung – hier wissen die MitarbeiterInnen in unseren Einrichtungen am besten, was gebraucht wird.

Foto: Peter Puhlmann nimmt für die Lebenshilfe München einen Scheck über 2500 Euro von der Landesbank Baden-Württemberg entgegen. Darüber freuen sich ebenso die Bereichsleiter der Lebenshilfe, Harry Zipf und Antje Hiltscher.

Redaktion: Rufen Sie aktiv zu Spenden auf oder melden sich die Menschen bei Ihnen?

Eva Wiener: Teils, teils – häufig stelle ich Anträge bei größeren Organisationen oder anderen Stiftungen, die selbst nicht operativ tätig sind, aber ihre Gelder für laufende oder geplante Projekte anderer Organisationen ausgeben möchten. Oft melden sich aber auch Privatpersonen, die sich beispielsweise im Rahmen ihrer Geburtstagsfeier Spenden statt Geschenke wünschen und für uns sammeln. Dafür sind wir natürlich sehr dankbar.
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Redaktion: Gibt es aktuell besondere Projekte für die die Lebenshilfe München Unterstützung sucht?

Eva Wiener: Unser derzeit größtes Projekt, für das wir dringend Unterstützung suchen, ist das Neubauprojekt in Putzbrunn. Da Immer mehr Menschen mit geistiger Behinderung das Rentenalter erreichen und wir auf diese Entwicklung reagieren müssen, plant die Lebenshilfe München den Bau eines altersgerechten Hauses, das neben besonderer Zuwendung und Pflege auch eine angepasste Umgebung sicherstellt.

Aufgrund der aktuellen Lage steigen, wie überall, die Kosten hierfür immens, weswegen wir dringend auf Spenden angewiesen sind, um das Vorhaben umsetzen zu können.
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Redaktion: Was liegt Ihnen sonst noch auf dem Herzen, gibt es Herzenswünsche?

Eva Wiener: Oh ja! Wir brauchen dringend Menschen, die uns mit einer Mitgliedschaft bei der Lebenshilfe München unterstützen. Als Mitglied hat man beispielsweise Vorteile in Bezug auf gezielte Beratung hinsichtlich einer geistigen Behinderung. Auch wenn man nicht selbst betroffen ist, kann man als Mitglied dafür sorgen, dass wir Beiträge erhalten auf die wir uns verlassen können. Schon mit 50 EUR jährlich ist dies möglich. Genauere Infos zur Mitgliedschaft bei der Lebenshilfe München gibt es hier:

Lebenshilfe läuft die Marathon-Staffel

Über 4000 Läufer starteten beim München-Marathon mit Einlauf im Olympiastadium. Fotos: Lebenshilfe München
Über 18.000 Läufer starteten beim München-Marathon mit Einlauf im Olympiastadium. Fotos: Lebenshilfe München

18.300 Läufer gingen am Wochenende an den Start zum Lauf des Münchner Stadtmarathons. 4400 von ihnen liefen die vollen 42,195 Kilometer und der war seit vielen Jahren wieder mit einem internationalen Elitefeld besetzt, das auch gleich mehrere alte Rekorde brach. Die große Mehrheit aber waren Hobbyläufer.

Bei bestem Herbstwetter mit kühleren Temperaturen am frühen Morgen und somit besten Laufbedingungen herrschte überall gute Stimmung. Es ist ein bunter Wurm, der am Sonntagmorgen unter Trommeln und Anfeuerungsrufen vieler Zuschauer quer durch die Innenstadt Kilometer für Kilometer zurücklegte, um die Ziellinie im Münchner Olympiastadion zu erreichen.

Die Staffel der Lebenshilfe München beim Zieleinlauf.
Die Staffel der Lebenshilfe München beim Zieleinlauf.

Auch die Lebenshilfe München war mit einigen Laufbegeisterten am Start. Neben einer Halbmarathon-Läuferin und einer 10-km-Läuferin waren auch zwei Staffeln mit dabei. Gut gelaunt erreichte die erste Staffel nach 3 Stunden und 46 Minuten das Ziel im Olympia Stadion. Eine Gruppe lauf- und sportbegeisterter Männer überreichte der OBA der Lebenshilfe München e.V. im Ziel eine Spende über 250 Euro.

Andrea Siemen, Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe München, startete selbst in der Staffel und nahm den Scheck über 250 Euro entgegen.
Andrea Siemen, Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe München, startete selbst in der Staffel und nahm den Scheck über 250 Euro entgegen.

Für dieses Geld aus gemeinschaftlichen Fußball-TV-Abenden der Spender bedanken wir uns ganz herzlich und freuen uns jetzt schon über einen Ausflug in den Skyline-Park mit unseren abenteuerlustigen Menschen mit Behinderung.

Harry Zipf,
Bereichsleitung Offene Dienste

„Soziales Gewissen der CSU“: Barbara Stamm ist tot

21 Jahre war Sie Vorsitzendes der Lebenshilfe Bayern

Seit über 20 Jahren (seit 2001) war Landtagspräsidentin a. D. Barbara Stamm Vorsitzende der Lebenshilfe Bayern. Sie bekräftigte zum Jubiläum ’60 Jahre Lebenshilfe Bayern‘ (Link), dass sie „nie aufhören wird, ihre Stimme für Menschen mit Behinderungen und deren Familien zu erheben!“ Jetzt ist sie im Alter von 77 Jahren gestorben. Barbara Stamm war eine der erfolgreichsten und beliebtesten bayerischen Politikerinnen, sie galt als „soziales Gewissen“ der CSU.

Die Lebenshilfe München denkt mit Dankbarkeit und Respekt an ihr Lebenswerk. Der Bayerische Rundfunkt hat ihr einen Nachruf gewidmet. Den Link dazu finden Sie hier:

https://www.br.de/nachrichten/bayern/csu-politikerin-barbara-stamm-gestorben,TJ6O2Ti

Auch die Lebenshilfe Bayern würdigt das Lebenswerk von Barbara Stamm in einem eigenen Artikel. Hier der Link:

https://www.lebenshilfe-bayern.de/aktuelles/aktuelle-meldung/news/lebenshilfe-trauert-um-barbara-stamm/

Mitgliederversammlung der Lebenshilfe München

Ein großes Vorhaben, viele Projekte und Informationen zum neuen Betreuungsrecht

Am Mittwoch, den 14. September 2022, fand die Mitgliederversammlung der Lebenshilfe München e.V. im Vortragssaal der Geschäftsstelle in der St. Quirin-Straße statt. Ein wichtiger Tagesordnungspunkt war die Neuwahl des Aufsichtsrates.

Die neu gewählten Aufsichtsratsmitglieder mit den beiden Vorständen von links: Peter Puhlmann (Vorstand), Petra-Bianca Koch, Gudrun Oßmann, Andrea Siemen (Aufsichtsratsvorsitzende) Peter Springmann, Dr. Hubert Jäger und René Pfeifer (Vorstand)

In ihrem Bericht zeichnete die Aufsichtsratsvorsitzende, Andrea Siemen, noch einmal das vergangene Jahr nach. Sie betonte, dass „wir uns regelmäßig mit dem Vorstand ausgetauscht und konstruktiv zusammengearbeitet haben.“ Trotz der anhaltenden Corona-Krise wurden auf diese Weise wichtige Projekte der Lebenshilfe München diskutiert und unterstützend begleitet. Andrea Siemen berichtete, dass „auch Veranstaltungen stattfinden konnten, weil wir es geschafft haben, einige davon hybrid anzubieten. So konnten Interessierte einfach virtuell teilnehmen “

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Buntes Herbst- und Winterprogramm der OBA

Voller Engagement hat die OBA der Lebenshilfe München ein Freizeitprogramm bis zum Jahresende mit über 40 Terminen zusammengestellt. Durch das Engagement der vielen Ehrenamtlichen sind erst die vielfältigen Aktivitäten von Menschen mit und ohne Behinderung möglich. Anmelden kann man sich online (Link) noch bis 11. Oktober. Es sind begleitete Ausflüge, der Besuch von Museen und Konzerten oder einfach gemeinsame Abende im Programm zu finden. Viele Termine sind mit einem geringen Unkostenbeitrag von fünf Euro verbunden. Wenn es etwas teurer wird, sind damit meist Eintritte, Zug- oder Busfahrten inbegriffen. Beim Besuch von St. Wolfgang (Salzkammergut) sogar noch eine Bootsfahrt.

Engagiert für Menschen mit Behinderung: das OBA-Team der Lebenshilfe München.

Nicht allein sein, gemeinsam was unternehmen ist das besondere Anliegen der OBA der Lebenshilfe München. Dafür werden ganzjährig Freizeit-Clubs, Aktivitäten, Ausflüge und Urlaubsreisen angeboten. Mit dem neuen Programmheft für den Herbst und Winter bietet das OBA-Team wieder viele besondere Erlebnisse für die dunkle Jahreszeit.

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Viele Gesichter und Herausforderungen der Frühförderung

Lesen Sie unseren ersten Bericht über die Frühförderung München-Riem vom 14. September.
Hier der Link: https://lebenshilfeblog.de/2022/09/14/fruehfoerderung-und-sprache-als-schluessel/

Insgesamt werden in Feldkirchen und München-Riem von der Frühförderung der Lebenshilfe München 210 Kinder und ihre Familien betreut. Die neue Stelle in Riem bedeutet zwar eine Entlastung für Feldkirchen, doch Einrichtungsleiterin Janine Schöppen wünscht sich eine Erweiterung der Kapazitäten, denn die Nachfrage ist groß und die Warteliste wächst seit Jahren.

„Es gibt nicht mehr Studienabgänger*innen“

„Das Problem ist, wie in vielen anderen Bereichen auch, das Fehlen von Fachkräften“, bedauert die Psychologin. Seit Monaten sucht die Lebenshilfe München vergebens Logopädinnen, um ein weiteres Team aufzubauen. „Eigentlich gibt es nicht weniger Fachkräfte, doch seit 2015 verzeichnen wir einen starken Zuzug von jungen kinderreichen Familien. Der Arbeitsmarkt und auch die Studienplätze sind dafür aber nicht erweitert worden“, erkennt Janine Schöppen die Ursachen des Mangels, der vor allem in München-Riem deutlich werde und ist dabei ein wenig ratlos. „Die hier stattfindenden Veränderungen sind auf der politischen Ebene offenbar noch nicht angekommen“, bedauert sie.

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Lebenshilfe-Vorstand Peter Puhlmann unterstützt CSU-Antrag für mehr Mobilitäts-Hilfe

Andrea Gassmann von der CSU München setzt sich für einen verbesserten Mobilitäts-Service in der Stadt ein und die CSU-Stadtratsfraktion hat dafür jetzt einen Antrag gestellt. Es geht um bessere Hilfsangebote für die Erreichbarkeit des ÖPNV und um eine Entlastung im Alltag. Ob für Menschen mit Behinderung, für Senioren, Schwangere und Mütter mit kleinen Kindern (Kinderwagen).

Der Sender München.TV hat das Thema aufgegriffen und dazu die Lebenshilfe München besucht. Lebenshilfe-Vorstand Peter Puhlmann begrüßt diesen Vorstoß im Rathaus und verweist auf den Behindertenbeirat der Stadt, der diese Forderung ebenfalls stellt. Harry Zipf, Leiter der OBA wünscht für die Wochenenden und an Feiertagen ein verbessertes Angebot.

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MdB Florian Hahn und sein Engagement für die Lebenshilfe

Florian Hahn ist gebürtiger Münchner (1974) und begann sein politisches Engagement während seines Wehrdienstes 1996 als Gemeinderat. Seit 2009 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages und seit Februar 2022 erster internationaler Sekretär der CSU. Im Bundestag ist er verteidigungspolitscher Sprecher der CDU/CSU-Fraktion.
MdB Florian Hahn

MdB Florian Hahn ist Familienvater von zwei Kindern. Er engagiert sich über seine politischen Mandate hinaus seit Jahren ehrenamtlich im sozialen Bereich. Seit 2015 ist er Vorstand der Stiftung Lebenshilfe München. Die Redaktion hat bei MdB Florian Hahn wegen seines Engagements für die Lebenshilfe München nachgefragt:

FOTO: Florian Hahn ist gebürtiger Münchner (1974) und begann sein politisches Engagement während seines Wehrdienstes 1996 als Gemeinderat. Seit 2009 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages und seit Februar 2022 erster internationaler Sekretär der CSU. Im Bundestag ist er verteidigungspolitscher Sprecher der CDU/CSU-Fraktion.

Redaktion: „Sie kennen die Lebenshilfe München bereits gut aus ihrer Zeit als Gemeinderat von Putzbrunn und Kreisrat des Landkreises München. Vor sieben Jahren haben Sie sich für ein Engagement entschieden. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

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Inklusion rockt und rollt am 11. und 12. Juli in München

Sven und Sebastian mit ihrem Spezial-E-Bike vor dem Brandenburger Tor

Mit einer Rad-Aktion durch alle Hauptstätte der Republik werben Sven Marx und Sebastian Fietz für mehr Inklusion in der Gesellschaft. Sie legen in acht Wochen 4000 Radkilometer zurück. Die zwei sympatischen Männer setzen dabei von Anfang an ein klares Zeichen: niemals aufgeben. Sven hat nämlich einen Tumor am Gehirnstamm und ist dennoch zum Weltenbummler geworden, Sebastian ist seit dem Kindesalter blind und steht aktiv mitten im Leben. Sie sind am 11. und 12. Juli in München zu Gast mit ihrer Tour „Inklusion rockt und rollt“ und haben bereits eine Fahrt durch den Osten von Deutschland hinter sich. Am 26. Juni starteten sie in Berlin und sind am 11. Juli im Münchner Kulturzentrum LUISE Ehrengäste bei einem Inklusionsabend (Programm siehe unten).

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Lebenshilfe feiert beim Sommer im Park

Freitag 08. Juli: Sommer im Park

Endlich wieder startet am 08. Juli in München-Giesing das große Fest „Sommer im Park“. Mit der Neugestaltung des Areals Weißenseepark veranstaltet die Stad München, die Bürgerschaft von Gieising und viele Träger sozialer Einrichtung seit 2012 dieses Stadtteilfest. Das Programm sieht für 2022 folgenden Ablauf vor:

  • 14:00 Begrüßung durch den Bezirksausschuss 17
  • 14:15 KiTZ Traunsteiner Straße: Musik & Ballett
  • 15:00 Turnen, Akrobatik und Cheerleading
  • 16:00 KiTZ Severinstraße: Trommeln mit Rhythmus
  • 18:00 Gospel at heart: Band – Giesinger Rockpalast
  • 19:00 emilk: Grupp Og´s – OG Zoro & Support
  • 20:30 Mike’s Music Train

Die Lebenshilfe München ist auch dieses Jahr wieder mit einem eigenen Stand vertreten und mit ihr viele andere Organisationen mit einem bunten Programm der Lebensfreude für Jung und Alt.

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