Frühförderung und Sprache als Schlüssel

Gerd Spranger im Gespräch mit Janine Schöppen von der
Lebenshilfe-Frühförderung in München-Riem

(gsp) Auf der Homepage der Lebenshilfe München (LM) sind die Aufgaben und das Umfeld für interdisziplinäre Frühförderungen klar dargestellt. Seit über 40 Jahren arbeiten sie beratend, therapeutisch und pädagogisch zusammen. Familien mit entwicklungsauffälligen und/oder beeinträchtigten Kindern erhalten ein individuell abgestimmtes Förderangebot. Die LM betreibt fünf solcher Einrichtungen in Stadt und Landkreis München. Die jüngste LM-Frühförderung ist in Riem zu finden, wo auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens, in direkter Nachbarschaft zu dem großen Messegelände, ein neuer Stadtteil mit Tausende von Wohnungen errichtet wurde. Die Redaktion hat sich mit Einrichtungsleiterin und Diplom-Psychologin Janine Schöppen unterhalten und gibt einen Einblick hinter die Kulissen der täglichen Arbeit und in die Anforderungen an das Team mit 13 Fachkräften.

Die Sprache und die Entwicklung

Janine Schöppen freut sich über die neue Einrichtungen, die hellen Räume und die Möglichkeiten der Lebenshilfe-Frühförderung in Riem.

„90 Prozent der hier betreuten Kinder haben einen Migrationshintergrund, sie kommen aus allen Kontinenten zu uns,“ bekennt die Psychologin, „doch mit fast allen können wir auf deutsch oder englisch gut kommunizieren.“ Nur in Ausnahmefällen brauche es einen Dolmetscher*in, häufig übersetzen Familienmitglieder oder auch Bekannte zur Überwindung einer Sprachbarriere. Die Sprache ist häufig auch der Schlüssel, wenn es um die Einschätzung der Ursachen einer Entwicklungsverzögerung geht. „Bei uns gibt es keinen Deutschkurs, sondern wir helfen bei Problemen in der Sprachentwicklung“, stellt Janine Schöppen klar.

„Das wiederum bringt weitere Einschränkungen mit sich, weil sie sich im Kindergarten nicht richtig verständigen können.“ Es ist darum ein Anliegen der Psycholog*innen, Pädagog*innen und Therapeut*innen der interdisziplinären Lebenshilfe-Frühförderung (FF) in Riem, dass die Eltern von Anfang an üben deutsch zu sprechen. „Häufig erleben wir, dass erst Hemmschwellen überwunden werden müssen. Doch der Erfolg stellt sich schnell ein, auch wenn erst wenige Worte und einfache Sätze gesprochen werden und das schafft eine gute Basis“, so die Einrichtungsleiterin der FF-Riem.

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