Gemeinsam einen langen Weg der kleinen Schritte gehen

– Im Gespräch mit Sabrina Kupka –

Sabrina Kupka (30) schließt akutell ihr sozialwissenschaftlichen Masterstudium ab. Seit über einem Jahr unterstützt sie den Pädagogischen Fachdienst der Lebenshilfe und hier vor allem die Wohneinrichtungen in der St.-Quirin-Straße und am Willinger Weg sowie das Belegungsmanagement. (Siehe Bericht/ Link). Wir haben bei ihr nachgefragt, was in diesem Jahr bewegt wurde und wo sie Fortschritte sieht.

Gruppen und Teams stärken

Ganz allgemein möchte sie die Dinge für Menschen mit Behinderung zum Besseren hin bewegen, was in den Jahren der Corona-Pandemie nicht einfacher geworden ist, doch sieht sie dabei auch Perspektiven. „Wir haben uns intern besser organisiert, um noch intensiver in den Gruppen zu arbeiten. Viel geholfen hat dabei der fachliche Austausch in den Teams.“ Als aktuelles Beispiel nannte sie die Seminare zum Thema ‚Deeskalations-Management‘, dass die Lebenshilfe München vor sechs Jahren erstmals angeboten hatte und erneut im Jahr 2021 (Bericht/Link). „In so einem Seminar etwa ist auch der Austausch mit Kolleg*innen wichtig. Im günstigen Falle sollte es gar nicht zu einer Eskalation kommen, wenn bereits frühzeitig Spannungen und Konflikte bemerkt werden“, ergänzt sie.

Mehr Leistung und Betreuung

Dabei ist eine enge Begleitung und Betreuung der Bewohner in den Einrichtungen wichtig, zumal in Coronazeiten ja über Wochen und Monate hinweg der Besuch der Lebenshilfe Werkstätten eingeschränkt bis gar nicht mehr möglich war. Das Leben konzentrierte sich darum verstärkt ‚auf die eigenen vier Wände‘, die glücklicherweise in den Wohneinrichtungen optimal gestaltet sind. Bereits bei der Planung der Immobilie am Willinger Weg vor acht Jahren etwa, berücksichtigte die Lebenshilfe die neuen Anforderungen des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes . Außerdem wurde das Leistungsangebot ausgebaut und ermöglicht so eine durchgängige Betreuung. Das zahlt sich heute aus. „Es ist uns sogar gelungen für unsere Senioren in Rente eigene Angebote und Programme zu entwickeln“, freut sich Sabrina Kupka. Meist geht es um ganz alltägliche Dinge, wie sich gegenseitig zuzuhören, gemeinsam zu kochen oder Kaffee zu trinken, bis hin zur speziellen Angeboten mit Musik und Tanz. Aber auch ‚außer Haus‘ erweiterten sich die Angebote, etwa durch begleitete Spaziergänge oder personenzentrierte Ausflüge.

Sich mit dem Umfeld vertraut machen

„Dabei geht es um mehr, als nur ‚raus zu gehen‘. Die Bewohner werden so vertraut mit ihrer Umgebung. Sie lernen etwa für sie wichtige Bus- oder U-Bahnverbindungen, Geschäfte oder Arztpraxen kennen. Auch das nahegelegene und fußläufig gut zu erreichende Michaeli-Freibad entdeckten vergangenen Sommer einige Bewohner für sich.“ Ein anderes Anliegen bewegte Sabrina Kupka vergangenes Jahr. Sie möchte mehr Ressourcen nutzen und hatte dabei den öffentlichen Raum, Vereine und Initiativen im Blick. Einer der aktivsten und wichtigsten für das Wohnheim in der St.-Quirin-Straße ist die Nachbarschaftshilfe Giesing und die Initiative „Ois inklusiv“. Speziell in Giesing ergibt sich der Vorteil, dass hier auch andere Wohlfahrtsverbände und Einrichtungen der Behindertenarbeit angesiedelt sind.

Wohnen im Sozialraum

Sozialraumorientierte Strukturen findet man auch in den neu angemieteten Appartements der Lebenshilfe München in Lochhausen. Hier ist Sabrina Kupka gemeinsam mit der Leitung vom Ambulant unterstützten Wohnen, Kevin Herceg, für die Belegung der acht Einzelappartements und einer Paarwohnung zuständig. „Mich freut es sehr, dass wir so ein gutes Feedback zu den neuen und barrierefreien Appartements bekommen. Bis auf ein Appartement und eine Paarwohnung sind die Objekte bereits vermietet.“

Bei weiteren Fragen rund um die Wohnangebote der Lebenshilfe München können Sie sich gerne an Sabrina Kupka wenden. Hier geht es direkt zum pädagogischen Fachdienst Wohnen der Lebenshilfe München:
https://www.lebenshilfe-muenchen.de/leben-und-wohnen/fachdienst-wohnen/