MdL Claudia Köhler engagiert für die Lebenshilfe München

Z U R P E R S O N :

MdL Claudia Köhler engagiert sich für die Lebenshilfe München. Foto: Andreas Gregor

MdL Claudia Köhler ist erst seit 2014 politisch aktiv, zunächst als Gemeinderätin in Unterhaching (2014). 2018 wurde sie für die Partei Bündnis 90/Die Grünen in den Bayerischen Landtag (MdL) gewählt und seit 2020 ist sie auch im Kreistag des Landkreises München vertreten. Zuvor leitete sie als Diplom-Betriebswirtin den Bereich Marketing, Presse und Einkauf bei den Filmtheaterbetrieben Georg Reiss und war ab 1995 mit einer Agentur für Marketing, Presse, PR und Sonderveranstaltungen bis 2018 selbständig. Danach folgte ein Engagement als Pressereferentin für den Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen München und von 2013 bis 2018 übte Claudia Köhler eine nebenberufliche Tätigkeit bei der Evangelischen Kirchengemeinde Unterhaching und in der Verwaltung eines Unterhachinger Kindergartens aus. Claudia Köhler lebt in Unterhaching. Sie ist verheiratet und hat drei erwachsene Söhne. Wir haben uns mit ihr über ihr Engagement im sozialen und politischen Bereich unterhalten.

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Redaktion: Liest man ihren Lebenslauf fällt auf, dass Sie sich erst spät politisch engagierten. Basis ihrer fast 20-jährigen Selbständigkeit war ihr FH-Studium. Sie wirkten in der Evangelischen Kirchengemeinde und im Kindergarten von Unterhaching mit, sind verheiratet und Mutter dreier Söhne. Das ist eine ganze Menge und man hat den Eindruck, Sie stehen mitten im Leben, wissen von was Sie sprechen. Wie wichtig ist so viel Lebenserfahrung im politischen Alltag?

MdL Claudia Köhler: Für mich war die Lebenserfahrung im Beruf und in ehrenamtlichen Tätigkeiten ganz entscheidend dafür, in die Politik einzusteigen. Immer wieder habe ich gesehen, dass auf allen politischen Ebenen wesentliche Aufgaben nicht angegangen werden. Am meisten hat mich meine Erfahrung mit drei Schulkindern geprägt. Ich habe es als Privileg empfunden, meine Erwerbstätigkeit für die Kindererziehung zurückstellen zu können und den Kindern zu helfen. Dabei habe ich gesehen, wie viel Ungerechtigkeit im Bildungswesen herrscht und wie sehr die Startvoraussetzungen vom Elternhaus geprägt sind – eigentlich auch volkswirtschaftlich unklug. Da hab ich mich an Grüne Gemeinderätinnen gewendet. Und so ging es – zunächst auf kommunaler Ebene – los…

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Redaktion: Wenn man selbst so ‚mitten im Leben steht‘, ist man dann eher bereit, sich noch zusätzliche Engagements aufzubürden, wie etwa für die Lebenshilfe München, trotz eines übervollen Terminkalenders? Seit vielen Jahren unterstützten Sie ebenso die Münchner Kindertafel (Glockenbach), den Asylhelferkreis und die Freiwillige Feuerwehr Unterhaching, die Kirchengemeinde und die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft.

MdL Claudia Köhler: Ja, ich sehe einfach, wo es brennt, werde um Unterstützung gefragt und packe dann gerne an. Ich habe in meinem Leben viele Chancen bekommen und möchte der Gemeinschaft etwas zurück geben. Mit meinem Landtagsmandat gibt es oft zeitsparende Synergieeffekte, denn man wird als Abgeordnete ernster genommen als bloß als Ehrenamtliche. Das ist zwar traurig, aber ich setze es gerne für die gute Sache ein. Mich „erden“ meine Ehrenämter und bewahren mir den Blick ins „richtige Leben“. Daher bin ich in der Kirche, im Gemeinderat und Kreistag, im Asylhelferkreis und anderen Vereinen weiterhin ehrenamtlich aktiv. Ich bin eine Praktikerin, ich möchte wissen und ausprobieren, was an politischen Rahmensetzungen – sowohl auf kommunaler als auch auf Landesebene – funktioniert und wo nachgebessert werden muss.

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Redaktion: Gerne appelliert die Politik an das Engagement und Ehrenamt in der Bevölkerung, und gleichzeitig sinkt die Bereitschaft etwa in Vereinen eine verantwortliche und längerfristige Funktion zu besetzen. Hindert eine ausufernde Freizeitgesellschaft daran oder ist es der berufliche und private Druck unter dem wir alle stehen?

MdL Claudia Köhler: Sinkt die Bereitschaft wirklich oder ändert sich nur die Art des Engagements? Ich glaube, dass sich die Menschen nicht mehr so dauerhaft binden wollen und in Zeiten wie diesen auch nicht mehr können. Aber die Bereitschaft von ganz vielen, punktuell mitzuhelfen, ist auf jeden Fall vorhanden. Das hat man gut bei den Aufräumarbeiten im Ahrtal oder bei den Welcome-Centern für die Ukraine-Geflüchteten gesehen – da gab es Tausende Freiwillige, die sofort angepackt haben. Der berufliche Druck spielt sicher eine Rolle, aber auch der finanzielle Druck, die Miete und Lebenshaltung mit einem weiteren Job statt Freizeit oder Ehrenamt zu sichern, ist enorm.

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Redaktion: Organisationen wir die Lebenshilfe München sind auf das Ehrenamt angewiesen, denn vor allem im Bereich der Offenen Behindertenarbeit gibt es dafür ein breites Spektrum wie etwa: Kurse und Freizeitangebote, Ausflüge und der Besuch von Museen oder anderer Einrichtungen, bei Sportveranstaltungen, Freizeitclubs oder im privaten Umfeld.

MdL Claudia Köhler: Schon lange werben wir Grüne für eine Anerkennung des Ehrenamts, um Berücksichtigung bei der Rente, um Unterstützung für die Zahlung von Ehrenamtspauschalen etc.. Die demografische Entwicklung wird es weiter erschweren; denn viele der jetzt aktiven ehrenamtlichen Senior*innen werden in 10 bis 20 Jahren nicht mehr das leisten können, was sie derzeit leisten und es kommen weniger Jüngere nach.

Ein großer Punkt ist aber, dass immer mehr Aufgaben von Ehrenamtlichen übernommen werden müssen, für die der Staat originär zuständig wäre: Das fängt beim Lesen-Lernen kleiner Kinder an und hört bei der Betreuung von Senior*innen und Hilfe bei der Teilhabe für Menschen mit Behinderungen noch lange nicht auf. Hier braucht es viel mehr staatliche Weichenstellung, Infrastruktur und Finanzierung anstatt die Probleme einfach den Bürger*innen zu überlassen.

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Redaktion: Vielleicht kommt ihr politischer Einfluss besonders zur Geltung, blickt man auf die Gesamtstruktur der Lebenshilfe München. Es geht um Teilhabe, um das Wohnen, um Selbstbestimmung und das Leben ganz allgemein, von der Frühförderung bis zum Rentenalter.

MdL Claudia Köhler: Ja, gerade als stellvertretende Vorsitzende im Haushaltsausschuss sehe ich die Fäden beim Geld zusammenlaufen. Manches gehört in den Bildungsetat, manches ins Bauministerium, manches ins Sozialministerium oder beim Hochschuletat – auch Mobilitätsangebote spielen für Teilhabe eine große Rolle. Und sehr oft würden rechtzeitige Investitionen an der richtigen Stelle viel Geld sparen, ganz besonders im Bildungsetat.

Ich sehe meine Aufgabe darin, in jedem Bereich die Notwendigkeiten für ALLE Menschen mitzudenken und ganz besonders für diejenigen, die zu wenig gesehen und gehört werden, z.B. Menschen mit Einschränkungen. Zudem kann ich als Politikerin mit vielen Kontakten gut vernetzen und wichtige Akteur*innen zusammenbringen. So helfe ich weiterhin bei der Arbeitssuche für Geflüchtete, bei bürokratischen Absurditäten und angesichts der vielen fehlenden HPT-Plätze bei der Suche nach Grundstücken.

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Redaktion: Sie selbst sind im reichen Speckgürtel von München großgeworden und leben bis heute dort. Gerade hier ist der ÖPNV seit 50 Jahren vorbildlich ausgebaut und es gibt viel mehr Möglichkeiten für Menschen mit Behinderung, als etwa ‚auf dem Land‘. Dennoch haben Sie bei ihrem Sommertreffen (im Juli) mit der Lebenshilfe im Bayerischen Landtag vom „Debakel bei der zweiten Stammstrecke“ gesprochen und ebenso den Fachkräftemangel thematisiert. Es wird hier keine schnellen Lösungen geben, oder was macht Ihnen da Hoffnung?

MdL Claudia Köhler: Der ÖPNV wurde nicht SEIT 50 Jahren vorbildlich ausgebaut, sondern VOR 50 Jahren. Das Angebot ist bei weitem nicht ausreichend mit der Großstadt und dem Ballungsraum und den wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen mitgewachsen. Bei der zweiten Stammstrecke kann es keine schnellen Lösungen geben, gerade erst wurden von den Verantwortlichen alle Zeitpläne entgegen der Zusagen weit nach hinten verschoben – und das zu Milliarden von Kosten. Wir brauchen aber sofort Ertüchtigung der bestehenden Infrastruktur, überall Barrierefreiheit und Verknüpfungen der bestehenden ÖPNV-Angebote sowie ein besseres Angebot auch für ländliche Regionen. Barrierefreiheit ist im ÖPNV bei weitem nicht erreicht.

Und ja, der Fachkräftemangel war lange absehbar, aber es wurde von der Staatsregierung weder mit der Bildungspolitik, noch mit Ausbildungsprogrammen rechtzeitig reagiert. Der Lehrkräftemangel war kein Geheimnis.

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Redaktion: In München gibt es eine breite Bewegung unter dem Leitwort „München wird inklusiv“ mit angeschlossenem Koordinierungsbüro bei der Stadtverwaltung. Viele Vereine und Beteiligte wirken zusammen, um das Umfeld für Menschen mit Behinderung zu verbessern. Was gefällt Ihnen daran besonderes und wo sehen Sie noch Handlungsbedarf?

MdL Claudia Köhler: Mir gefällt, dass das Thema Inklusion mit solchen Bewegungen und Initiativen in den Fokus genommen und dafür geworben wird. Allerdings braucht es auch die Umsetzung von Maßnahmen und dafür das nötige Geld. Solange wir noch drüber reden müssen und nicht per se ausreichend barrierefreie Wohnungen vorhanden und jedes öffentliche Gebäude, jeder Bahnhof, jede Toilette und jedes Fest barrierefrei erreichbar ist, solange nicht jedes Kind einen HPT- oder inklusiven Betreuungsplatz hat, gibt es noch viel Handlungsbedarf.

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Redaktion: Zum Schluss: Was fällt Ihnen spontan beim Stichwort Inklusion ein?

MdL Claudia Köhler: Wir sprechen viel von Inklusion, aber Inklusion im Alltag muss endlich selbstverständlich werden – was im Übrigen längst gesetzlich vorgeschrieben wäre. Kinder und Jugendliche machen weniger Unterschiede als die Erwachsenen, wenn man sie unterstützt und ganz normal – eben inklusiv – alle Menschen mitdenkt und mitlebt. Dazu braucht es aber beispielsweise in den Kitas und in den Schulen genügend Fachpersonal und inklusive Gebäude, die niemanden ausschließen. Im Gegensatz zu den Kindern denken Erwachsene meistens ans Geld und an kurzfristige Kosten anstatt an Teilhabe. Wir sollten uns ein Beispiel an unseren Kindern nehmen, denn es lohnt sich. Alles andere ist ungerecht.

Vielen Dank für das Gespräch. Interview: Gerd Spranger

23.01: MFM-Messe online am Start

„Zueinander. Miteinander. Füreinander“

Am kommenden Sonntag (23. Januar) rückt in München wieder das Ehrenamt in die öffentliche Aufmerksamkeit. 66 Unternehmen, Einrichtungen und Verbände präsentieren ihre Angebote im Jahr 2022 online auf der 16. Münchner Freiwilligen Messe (MFM). Bis vor zwei Jahren konnte sie im Gasteig bei einem Publikumsverkehr von rund 6000 Besuchern immer auf ein reges Interesse setzen. Nun präsentieren sich die Aussteller online mit den Bereichen: Soziales, Kultur, Gesundheit, Migration und Umwelt – aus zehn Engagement-Feldern heißt es in der Imagebroschüre des Veranstalters (FÖBE). Oberbürgermeister und Schirmherr der MFM, Dieter Reiter, begrüßt das diesjährige Leitmotiv: „Zueinander. Miteinander. Füreinander“. Er hofft auf einen Konsens in der Gesellschaft und bekräftigt: „Dass wir als Gesellschaft nur bestehen können, wenn wir diese Eigenschaften verinnerlichen und auch leben.“

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Münchner Freiwilligenmesse weist online den Weg zum Ehrenamt

Die Münchner Freiwilligen-Messe startet!

  • Um 16.00 Uhr startet sie am 22.01. im Münchner Rathaus
  • Die Homepage der Freiwilligen-Messe geht komplett online.
  • Bei „Jetzt Live“ können Sie live bei der Eröffnung dabei sein.

Seit Jahren hat sich die „Münchner Freiwilligenmesse“ im Kultur- und Bildungszentrum Gasteig mit etwa 6000 Besuchern etabliert. Ehrenamt und Freiwilligkeit sind tragende Säulen in unserer Gesellschaft und gerade in München sind die Möglichkeiten dafür vielfältig. Dieses Jahr aber ist alles anders, die Münchner Freiwilligenmesse wird online abgehalten. Auch die Lebenshilfe München ist mit dabei und hat drei Termine für sich reserviert.

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Der Einkaufsservice der OBA

Cheddarkäse oder Chester?

Hilfe mit dem Einkaufs-Service von FuD und OBA der Lebenshilfe München

Zum ersten Mal in meinem Leben gehöre ich zu einer Risikogruppe. Ich bin knapp 80, habe einen erheblichen Lungenschaden und bin nach zwei Rücken-OPs auf einen Rollator angewiesen. Vielleicht habe ich noch ein paar gute Jahre, aber wenn Corona mich erwischt, bedeutet das für mich sicher das Aus.

Ich lebe allein. An die Maßgabe: „Bleiben Sie zuhause“ würde ich mich sehr gern halten, aber allmählich leert sich der Kühlschrank. Es fehlt vor allem an Obst und Gemüse. Die Familie im Erdgeschoss hat angeboten, mir etwas mitzubringen, falls ich etwas brauche. Auch (jüngere) FreundInnen haben signalisiert, dass sie für mich Besorgungen machen würden. Doch ich zögere. Ich brauche eine Menge; damit möchte ich die Leute, die sich jetzt zwischen Home Office, Home Schooling und Babysitting aufreiben, nicht belasten. Weiterlesen

Integration und Inklusion vorgelebt

Immer mehr junge Menschen finden Gefallen am Ehrenamt.
Viele nutzen das Engagement für eine berufliche Orientierung.
Gina Wimmer wollte 2018 im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD)
bei der Lebenshilfe München Ideen sammeln, „was sie in ihrem Leben gerne
machen möchte.“
Dabei nahm der Wunsch nach einem Lehramt in der Sonderpädagogik immer mehr Kontur an.

Die Unsicherheit war schnell überwunden

Sie hat ihre Zeit bei der Lebenshilfe München nicht bereut. Anfangs war sie unsicher was auf sie zukommt, denn im persönlichen Umfeld kannte sie lediglich einen Cousin mit Trisomie 21. Schnell aber wichen die Unsicherheiten einem unbeschwerten Umgang mit Menschen mit geistiger Behinderung. „Sie machen sich nicht so viel Gedanken über ‚Kleinigkeiten‘, um politische und gesellschaftliche Zusammenhänge, leben sehr stark aus und in dem Moment,“ betont sie. Ebenso fühlte sich Gina Wimmer nie allein gelassen, der Begleitung durch Kollegen und Fachkräfte war sie sich immer sicher. Weiterlesen

„Das Ehrenamt ist eine anstrengende Entspannung“

Elisabeth Kluska (Bildmitte) engagiert sich 30 Jahre lang im Ehrenamt für die Lebenshilfe München. Links im Bild OBA-Leiter Harry Zipf.

 

2018 feierte die OBA (Offene Behindertenarbeit) der Lebenshilfe München ihr 40-jähriges Bestehen. Zum Angebot zählen auch sieben wöchentlich organisierte Freizeit-Clubs. Der ‚Dienstags-Club‘ ist einer von ihnen, der fast so alt wie die OBA selbst ist. Er widmet sich über all die Jahrzehnte hinweg wöchentlich Menschen mit geistiger Behinderung, unternimmt Ausflüge oder gestaltet Themenabende. Aktuell treffen sich sieben ehrenamtliche Betreuer und 15 Menschen mit Behinderung. Seit dreißig Jahren dabei ist Elisabeth Kluska, mit der sich die Redaktion unterhalten hat.

Redaktion: 30 Jahre im Ehrenamt für Menschen mit geistiger Behinderung bei der Lebenshilfe München ist eine lange Zeit. Was hat sich geändert?

Elisabeth Kluska: „Die jungen Menschen haben heute ein ganz anderes Selbstbewusstsein. Sie wissen vermehrt was sie wollen oder nicht. Sie haben konkretere Vorstellungen von ihrem Leben und Zukunftsperspektiven. Früher war das mehr eine Einbahnstraße. Der Alltag war mit der Arbeit in den Lebenshilfe-Werkstätten geregelt. Entweder wohnten sie bei den Eltern oder in einem Wohnheim.“

Redaktion: Das ist eine positive Entwicklung. Wie kommt es dazu?

Elisabeth Kluska: „Es hat ein gesellschaftliches Umdenken stattgefunden, weg von der pädagogisch und von Fürsorge dominierten Sicht auf Behinderung hin zu einer partnerschaftlich geprägten Haltung und Mitbestimmung. Die Menschen mit Behinderungen sind damals viel später – oft erst im hohen Erwachsenenalter, als ihre Eltern die Versorgung nicht mehr geschafft haben oder selbst pflegebedürftig wurden bzw. gestorben sind – zu Hause ausgezogen und in ein Wohnheim gekommen. Das hat zu massiven Eingewöhnungs-Prozessen geführt, eine Ablösung vom Elternhaus, wie es für nicht behinderte Jugendliche und junge Erwachsene normal ist, gab es eher selten. Alternativen zum Wohnheim gab es ebenso wenig. Da hat sich die letzten Jahre viel hin zum Positiven bewegt. Die Erfolge davon sind heute zu sehen.“ Weiterlesen

Lebenshilfe dankt für das Ehrenamt

Rund 70 ehrenamtliche HelferInnen waren der Einladung der OBA ins Café am Scheidplatz gefolgt. Neben den vielen BegleiternInnen des Freizeit-Bildungsprogramms und den ReisebegleiterInnen waren auch die LIES-Redaktion und Mitglieder des Vorstandes gekommen. Nach der Begrüßung durch Harry Zipf, Bereichsleitung der Offenen Dienste bei der Lebenshilfe München, begrüßte Andrea Siemen, Vorsitzende des Vorstandes, die Gäste. Sie betonte, wie auch Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Puhlmann, die Bedeutung des Ehrenamts für den Elternverein.

Die OBA konnte acht Jubilare ehren, die sich seit 5, 10, 15 oder sogar schon seit unglaublichen 30 Jahren in der OBA engagieren. Eine Bildershow mit einem Rückblick auf die letzten 40 Jahre sorgte für Abwechslung und Erinnerung an schöne Stunden und gemeinsam Geleistetes. Gutes Essen, nette Leute und ein schönes Ambiente – die Voraussetzungen für das Fest waren ideal und so wurde es auch ein wunderbarer Abend bei der Lebenshilfe München.

Monika Barbato

Gute Stimmung bei den Ehrenamtlichen der Lebenshilfe München.

Hohe Lebensqualität und Engagement im Ehrenamt

13. Münchner FreiwilligenMesse am 27. Januar im Gasteig

Dass hohe Lebensqualität und Engagement im Ehrenamt gut zueinander passen, verdeutlicht die 13. Münchner FreiwilligenMesse am 27. Januar im Gasteig. 6000 Besucher werden erwartet und auch die Lebenshilfe München informiert an einem eigenen Stand über ihre Dienste. München ist mehr als Englischer Garten, Isarauen, Tierpark, Olympiapark oder eine pulsierende Innenstadt. München lebt von jedem Einzelnen und den vielen Organisationen, die ein lebenswertes Umfeld schaffen. Weiterlesen

Das gemeinsame Engagement der Ehrenamtlichen



Wie an dieser Stelle und im Newsletter der Lebenshilfe München zu lesen war, ist Frau Corinna Lidl von Staatsministerin Kerstin Schreyer mit dem Ehrenamtsnachweis 2018 ausgezeichnet worden. Die OBA gratuliert Frau Lidl ganz herzlich zu dieser Ehre, wir sind sehr stolz, dass sie ausgewählt wurde! Frau Lidl ist aus der OBA nicht wegzudenken, sie bringt viel Zeit, Schwung und Herzblut mit und unterstützt vor allem auch die Ehrenamtlichen mit Behinderung, so dass diese selbst aktiv werden können.

Sie steht damit stellvertretend für die vielen engagierten Menschen, die in der OBA der Lebenshilfe München rund ums Jahr aktiv sind. Die vielen Angebote im Programm Freizeit und Bildung, die Clubs und Reisen, das alles wäre ohne die Ehrenamtlichen nicht denkbar. Die OBA ist sehr glücklich, dass so viele Menschen mit ihrer Zeit, ihren Ideen und ihrer gute Laune dafür sorgen, dass Menschen mit und ohne Behinderung zusammen kommen und Freunde werden.

Foto:
(v.l.) Petra-Bianca Koch (Mitglied des Vorstands der Lebenshilfe München), Detlev Osterode und Corinna Lidl (seit 18 Jahren ehrenamtlich für die Lebenshilfe München tätig) Foto: © Freie Wohlfahrtspflege (FW)

Ehrung für Ehrenamtliche

Von links: Petra-Bianca Koch (Mitglied des Vorstands der Lebenshilfe München), Corinna Lidl (seit 18 Jahren ehrenamtlich für die Lebenshilfe München tätig), Staatsministerin Kerstin Schreyer und Detlev Osterode (früher ebenfalls ehrenamtlich aktiv in der Lebenshilfe München). Foto: © Freie Wohlfahrtspflege (FW)

Am 15. November 2018 fand im Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales ein Festakt zur Verleihung des Ehrenamtsnachweises statt.

Unter den geehrten Personen war auch Corinna Lidl, die sich seit 2006 bei der OBA der Lebenshilfe München engagiert. Sie unterstützt Jugendliche und Erwachsene bei Freizeitaktivitäten an Wochenenden, alle zwei Wochen im Seniorenclub und einmal jährlich auf einer Urlaubsreise von zehn bis 14 Tagen. Außerdem leitet Corinna Lidl im Rahmen des Freizeitprogramms eigene Angebote.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gruppen sind Menschen mit sehr unterschiedlicher Ausprägung von geistiger und körperlicher Behinderung. Für Corinna Lidl spielt bei ihren Aktivitäten keine Rolle, ob jemand eine Behinderung hat oder nicht. Sie ist fachlich kompetent und handelt stets mit Herz und dem richtigen Maß an Einfühlungsvermögen.

Staatsministerin Kerstin Schreyer überreichte den ausgewählten Ehrenamtlichen ihre Ausweise und bedankte sich ausdrücklich für das außerordentliche Engagement und den selbstlosen Einsatz der hier Geehrten.

Neue Ehrenamts-Vertretung bei der Lebenshilfe München

Die OBA der Lebenshilfe München erreicht mit Ihren Angeboten etwa 500 Menschen in und um München. In den wöchentlichen Clubs, bei den Angeboten aus dem Freizeit- und Bildungsprogramm und auf den Reisen verbringen Menschen mit und ohne Behinderung ihre Freizeit zusammen. Das alles ist möglich durch das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. „Mit unseren begleiteten Reisen sind wohl an die 100 Ehrenamtlichen bei uns aktiv“, erzählt die Sozialpädagogin Monika Barbato.

Viel Organisation und Abstimmung

Die neue Ehrenamtlichen-Vertretung der OBA (von links n. r.): Heike Bloching-Schwarz, Angelika Eisele und Dominik Cappello. Nicht im Bild ist Max Kreutzer

Da ist viel Organisation und Abstimmung gefragt. Deswegen wird bei der OBA der Lebenshilfe München schon lange eine eigene Ehrenamts-Vertretung gewählt, die für fünf Jahre im Amt bleibt. Im Januar waren Neuwahlen und die neuen Vorsitzenden, Heike Bloching-Schwarz, Angelika Eisele, Dominik Cappello und Max Kreutzer kamen zu einem ersten Arbeitstreffen gemeinsam mit den Hauptamtlichen zusammen. Die Ehrenamtlichen-Vertretung ist das Bindeglied zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen.   Weiterlesen

Ein Sommerabend im April

Johanna Rumschöttel, Altlandrätiin und Vorsitzende des Vorstandes und ihre Stellvertreter aus dem Vorstand der Lebenshilfe München, Johannes Singhammer (Bundestagsvizepräsident a.D.), MdL Claudia Stamm und Dipl.-Ing. Hermann Zimmermann. Rechts im Bild der Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann.

Es ist eine schöne Tradition, dass die OBA sich einmal im Jahr mit einer Einladung bei allen Helferinnen und Helfern bedankt. Diesmal wurde in der KunstWerkKüche gefeiert und weil 2018 ganz unter dem Motto „40 Jahre OBA“ steht, sollte es ein besonderes Fest werden. Auch die Partnerinnen und Partner waren eingeladen, denn auch sie machen es möglich, dass die Ehrenamtlichen so viel Zeit und so viele schöne Ideen in die OBA bringen können. Zusammen mit dem Vorstand, der Geschäftsführung und der LIES-Redaktion waren um die 90 Gäste der Einladung gefolgt.

Das Sommerwetter im April und die karibischen Klänge, die Helmuth Schulz am Kontrabass und sein Kollege Ron Cairo an der Gitarre erklingen ließen, haben den Abend perfekt gemacht. Es wurde gut gegessen und getrunken, viel gelacht und lange gefeiert. Das integrative ‚Deli‘ im neuen Werksviertel am Münchner Ostbahnhof ist eine erste gastronomische Adresse in Sachen Inklusion. Die erfahrene Wirtin Katharina Inselkammer hat hier ein integratives gastronomisches Projekt mit feiner kulinarischer Leistung aufgebaut. „Zusammen arbeiten und gemeinsam etwas schaffen“, ist ihr persönlicher Ansporn. Hier geht’s zum Deli: https://www.kunstwerkkueche.de/

 

Menschen mit Behinderung liegen ihr am Herzen

Mit 20 Jahren hatte Sarah Höhendinger ihre erste intensivere Begegnung mit einem Menschen mit geistiger Behinderung. Im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres (FSJ) in Rosenheim betreute sie ein Jahr lang ein junges Mädchen. Dabei hat sie ihre anfängliche Scheu schnell überwunden und sich sehr gut mit der ganzen Familie angefreundet. Heute, neun Jahre später, ist Sarah Höhendinger fest bei der Lebenshilfe München angestellt. (gsp)

Erst ein FSJ, dann ein Studium

Nach ihrem Studium der Sozialen Arbeit managt sie heute sowohl beim FUD (Familien-Unterstützender-Dienst) als auch bei der OBA (Offene Behindertenarbeit) Clubabende, Kurse, Ausflüge, bis hin zu Bewerbungs- und Beratungsgesprächen mit ehrenamtlichen Helfern, Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen. Eine vielseitige Aufgabe, die die 29-jährige Sozialpädagogin gerne und mit Elan angeht.   Weiterlesen

„Ehrenamt braucht professionelle Begleitung“

Münchner Freiwilligenmesse war wieder gut besucht

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Auch die 11. Münchner Freiwilligenmesse im Kulturzentrum Gasteig war wieder gut besucht und 80 Vereine und Organisationen informierten über ihre Leistungen und Angebote. „Engagement finden das passt mit einer Tätigkeit die Sinn macht und Sinn gibt,“ umreißt der Veranstalter FÖBE das Anliegen vieler Besucher. Stadtrat Christian Müller bekräftigte zur Begrüßung das Engagement der Stadt München, der es ein großes Anliegen sei, eine gute und breite Struktur für das Ehrenamt zu fördern und auch für die Zukunft zu bewahren. „Ehrenamt braucht professionelle Begleitung“, ist sich Christian Müller sicher.  Weiterlesen