Barriere-Freiheit und die Leichte Sprache

Es ist ein langer Weg den Bedarfen von Menschen mit Behinderung gerecht zu werden. Die Projekte aber werden voran gebracht, wie etwa in der Landeshauptstadt München. Im Sommer 2013 bereits beschloss der Stadtrat einen eigenen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention mit fast 50 einzelnen Projekten. Auch die Lebenshilfe München wirkte dafür in einigen Arbeitskreisen mit. Die guten Erfolge und die sich ergebenden neuen Aufgaben machten einen zweiten Aktionsplan nötig, der im Jahr 2019 vom Münchner Stadtrat einstimmig beschlossen wurde.

Aktuell informiert das Kreisverwaltungsreferat über die Erweiterung seiner Dienstleistungen im Internet mit Informationen in Leichter Sprache. Es sind jetzt aus dem Bürgerbüro die Dienstleistungen rund um Personalausweis, Reisepass und Kinderreisepass hinzugekommen. „Das Angebot wird Zug um Zug um die häufigsten Anliegen der Bürgerinnen und Bürger in München ergänzt,“ informiert das Amt.

Kreisverwaltungsreferent Dr. Thomas Böhle ergänzt: „Das Kreisverwaltungsreferat hat bei der Bundestagswahl 2021 zum ersten Mal Informationen in einfacher und in Leichter Sprache angeboten. Unsere Erfahrungen damit waren durchweg positiv und wir wirken an diesem Beitrag zur Barrierefreiheit gerne weiter mit. Die nächsten Beiträge sind in Planung.“

Das IT-Referat führte das Angebot in Leichter Sprache im Jahr 2020 im Online-Angebot der Landeshauptstadt ein. Es veröffentlicht dort häufig benötigte Informationen, Angebote und Dienstleistungen aus den Referaten. Sie werden nach den Richtlinien des Netzwerks Leichte Sprache übersetzt. Das Angebot ist gesetzlich verpflichtend, bekräftigt die Verwaltung. Die einzelnen Maßnahmen hat der Münchner Stadtrat beschlossen. Zuvor wurden die Maßnahmen gemeinsamen mit dem Behindertenbeirat erarbeitet.

IT-Referent Thomas Bönig: „Ich freue mich sehr, dass wir die Leichte Sprache als großen Baustein der digitalen Barrierefreiheit umsetzen können. Damit treiben wir die Digitalisierung auch qualitativ voran.“ Leichte Sprache ist ein Sprachkonzept, das die deutsche Sprache maximal vereinfacht. Texte in Leichter Sprache geben die wesentlichen Inhalte in kurzen Sätzen und mit leicht verständlichen Worten wieder, ohne den Sinn des Originaltextes zu verändern. Außerdem enthalten die Texte deutlich mehr Erklärungen und weisen einige Besonderheiten in der Gestaltung von Schrift und Bild auf.

Nadja Rackwitz-Ziegler, Vorsitzende des Vorstands Behindertenbeirat München: „Ich freue mich sehr über die Anstrengungen des KVR, mehr und mehr Dienstleistungen barrierefrei anzubieten.“

Für den Behindertenbeauftragten der Stadt München, Oswald Utz, ist es eine wichtige Leistung der Verwaltung. Er bekräftigt: „Barrierefreie Dienstleistungen sind für viele Menschen mit Behinderungen die Voraussetzung, um beispielsweise einen Pass beantragen zu können. Diese Anstrengungen sind deshalb richtig, wichtig und unabdingbar.“ Informationen in Leichter Sprache sind für Menschen mit kognitiven Einschränkungen genauso wichtig wie zum Beispiel Rampen für Menschen im Rollstuhl, Induktionsschleifen für Hörgeschädigte oder Ampeln für Menschen mit Seheinschränkungen. Angebote in Leichter Sprache sind ein Beitrag zur Teilhabe im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention.

Die Angebote der Landeshauptstadt in Leichter Sprache gibt es online unter:
www.muenchen.de/leichte-sprache.

Der Originaltext der Pressemeldung ist zu finden unter:

https://ru.muenchen.de/2022/32/KVR-Informationen-auch-in-Leichter-Sprache-99904

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