Tabuthemen bei Menschen mit Behinderung

Aus der aktuellen L.I.E.S.-Ausgabe der Lebenshilfe München

Intim – so heißt die Sommerausgabe des L.I.E.S.-Heftes und sie befasst sich mit einem Tabuthema!

Tabuthemen bei Menschen mit Behinderung

Die neue Ausgabe des Magazin L.I.E.S. der Lebenshilfe München stellt intime Fragen

Auch wenn die heutige Gesellschaft aufgeklärt ist und offen für alle möglichen Bedürfnisse, Beziehungen in Paarkonstellationen und Freizügigkeiten, so gilt dies für Menschen mit Behinderung doch noch lange nicht in gleichem Maße. Kein Wunder also wenn Eltern unsicher sind wie sie die Sexualerziehung ihrer halbwüchsigen Kinder angehen sollen – Marianne O`Donnell-Michael schildert das anschaulich in ihrem Artikel.

Grundsätzliche Gedanken wie es mit der „sexuellen Gesundheit“ bei Menschen mit schwerer kognitiver Beeinträchtigung bestellt ist, macht sich Prof. Dr. Wolfgang Plaute und er betont, dass Intimsphäre für jeden Menschen zunächst einmal das Allerwichtigste ist. Das sieht im Prinzip auch Salima I.E.M. Senders so. Die Niederländerin ist mit einem Bruder mit Down-Syndrom aufgewachsen und hat darüber hinaus als Heilpädagogin unterschiedliche Erfahrungen in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung gemacht.  

Auch Partnersuche ist wichtig

Auch Partnersuche gehört zum Thema und weil es für Menschen, die aufgrund ihrer Einschränkungen nicht so leicht Kontakte knüpfen können, besonders schwer ist, einen geeigneten Partner zu finden, wurde der Verein „Schatzkiste“ gegründet. Er organisiert Veranstaltungen, damit passende Paare die Chance bekommen, sich zu finden. Mit diesen und anderen Texten haben wir versucht, uns dem schwierigen Thema zu nähern. Wir zeigen Wege und Möglichkeiten, aber Patentrezepte, die für alle gelten könnten, haben wir nicht gefunden!
Im Magazinteil des L.I.E.S. Heftes können Sie dieses Mal den Bericht von Prof. Gunter Gross-Selbeck lesen, der in seinem Ruhestand sein Fachwissen als Neuropädiater Kindern in Nepal zur Verfügung stellt. Epilepsie gehört dort – wie überall auf der Welt – zu den häufigen Ursachen für neurologische Erkrankungen. Da die medizinische Versorgung in Nepal aber extrem schlecht ist, kümmert sich kaum jemand um die betroffenen Kinder. Durch den rastlosen Einsatz des deutschen Mediziners konnte inzwischen jedoch in einem Reha-Zentrum in Kathmandu ein Arzt eingestellt werden, der sich auf die Behandlung epilepsiekranker Kinder spezialisiert hat.
Eine Aufforderung zur Diskussion ist der Text eines Vaters, der die provozierende Frage stellt: Was soll der Begriff „schwerstmehrfach behindert“ eigentlich bedeuten? Wir hoffen auf rege Diskussionsbeiträge zum Thema, per Mail (lies@lebenshilfe-muenchen.de) oder per Post (L.I.E.S.-Redaktion, St.-Quirinstr. 13a, 81549 München).

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